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Dies ist kein kommerzieller Internetauftritt, sondern ein privater Informations-Auftritt des OKV aktualisiert am 22.06.2011 21:11 |
aktualisiert am 02.10.2008 14:33 Tipps für den Vogelzüchter
Vereinfachte Vererbungslehre Von Prr. Karl-Heinz Werner Regel über die rezessive Vererbung beim Wellensittich Hier muss man wissen, dass außer der rezessiven Vererbung der Blauen gegenüber den Grünen (siehe Farbreihe) noch folgende Farbschläge rezessiv gegenüber den Nichtrezessiven vererben: Grauflügel, Hellflügel (beide vererben aber dominant über Gelb/Weiß); Rezessive Schecken (auch Harlekin genannt), Falben, Schwarzaugen (Kombination aus Rezessiven Schecken und Dominanten Kontinentalen Schecken), Gelbe und Weiße. Die Verpaarung innerhalb der rezessiven Vererbung ergibt also folgendes Ergebnis: Normal x Rezessiv = 100% Normal/rez. Normal/rez. x Normal/rez. = 25% Normal Normal/rez. x Normal = 50% Normal Hier ist es egal, welcher Elternteil den rezessiven Faktor trägt.
Regel über die geschlechtsgebundene Vererbung Folgende Farbschläge vererben geschlechtsgebunden: Ino (Lutino und Albino), Zimt, Opalin, Lacewing, Clearbody, Schiefer. Wichtig: Eine 0,1 (Henne) kann nie spalterbig in einer geschlechtsgebundene Eigenschaft sein.
Die Verpaarung innerhalb der geschlechtsgebundenen Vererbung ergibt also folgendes Ergebnis: 1,0 GG x 0,1 GG = 50% 1,0 GG 1,0 Normal x 0,1 GG = 50% 1,0 Normal/GG 1,0 GG x 0,1 Normal = 50% 1,0 Normal/GG 1,0 Normal/GG x 0,1 Normal = 25% 1,0 Normal 1,0 Normal/GG x 0,1 GG = 25% 1,0 Normal/GG 25% 1,0 GG 25% Normal 25% GG Regel über die Faktoren Faktorigkeit ist eine dominante Eigenschaft, die von WS entweder einfach (1F) oder doppelt (2F) getragen werden kann. Bei folgenden Farbschlägen spricht man von Faktorigkeit: Graugrün, Grau, Australische Schecken, Dominante Kontinentale Schecken, Violet, Haube, Gelbgesichter und Spangle. Merke: Alle Faktorigen vererben dominant!
Die Verpaarung innerhalb der Faktoren - Vererbung ergibt also folgendes Ergebnis:
2F x Normal = 100% 1F 1F x Normal = 50% Normal 2F x 1F = 50% 1F 1F x 1F = 25% Normal 2F x 2F = 100% 2F
Abkürzungen: 1,0 = Hahn
Die weißen Kanarien... ein Bericht von Prr. Walter Bohner Wir kennen zwei Arten von weißen Kanarien, einmal die rezessiv weißen Kanarien, die auch Englischweiß genannt werden, und zum anderen die dominant weißen Kanarien, welche man als Deutschweiße bezeichnet. Die Englisch-Weißen sind als Mutation durch den Ausfall der Karotin-Umwandlungsfaktoren 1908 in Neuseeland entstanden. Es handelt sich um rein weiße Vögel, denn aus erblichen Gründen können sie keine Fettfarbe zeigen, Ihre Hornteile sind "käsig blass", nicht fleischfarben, wie bei anderen aufgehellten Kanarien. Besonders achten muss man auf die Sauberkeit (Reinheit) des Gefieders! Englisch-Weiße kann man über fettfarbige Vögel züchten. Natürlich kann man auch reinerbig, weiß x weiß, verpaaren. Man erzielt hierbei 100 % reinerbig englisch weiße Vögel. Ist einer der Partner fettfarbig, der andere englisch weiß, so fallen aus dieser Paarung in der 1. Generation n u r fettfarbige Vögel, die alle spalterbig in englischweiß sind. Nehmen, wir zwei spalterbige Vögel, fallen daraus 25% fettfarbige (reinerbige), 25% englischweiße (reinerbige) und 50% fettfarbige, spalt in englischweiß. Die Deutsch-Weißen sind, ebenfalls durch eine Mutation, im Jahre 1914 in Ostpreußen entstanden. Bei ihnen fällt einer der beiden Fettfarb-Entwicklungsfaktoren aus. Bei den Deutschweißen handelt es sich um weiße Vögel. Sie müsse n jedoch an den äußeren Federrändern des Großgefieders einen kontrastreichen Fettfarbanflug in gelb oder rot zeigen. Das rest- liche Gefieder muss weiß, ohne Fettfarbe und sauber sein. Die richtige Verpaarung bei den Deutsch - Weißen ist: Fettfarbiger Vogel x deutschweißer Vogel, oder umgekehrt. Fettfarbige Jungvögel aus dieser Verpaarung können nicht spalterbig in deutschweiß sein. Aus der Paarung Deutsch-Weiß x Deutsch-Weiß können auch fettfarbige Vögel fallen. Man riskiert dadurch allerdings, dass ein Teil der Jungvögel im Ei, oder später, abstirbt! Hierbei handelt es sich um den berüchtigten Letalfaktor, der bei einer solchen Verpaarung zu 25 % zum Tragen kommt. Verpaaren wir Deutsch-Weiß (KKFf) x Englisch-Weiß (kkFF), oder umgekehrt, bekommen wir hieraus 50 % normal fettfarbige Vögel (KkFF) und 50 % Deutsch-Weiße (KkFf). Alle Vögel aus dieser Verpaarung sind spalterbig in englischweiß. Die rezessiven Anlagen kommen jedoch nicht zum Tragen. Paaren wir einen Deutsch-Weißen spalterbig in englischweiß (KkFf) mit einem Englisch-Weißen ( kkFK) erhalten wir hieraus: 25 % normal fettfarbige, spalt in englischweiß (KkFF) 25 % Deutsch-Weiße spalt in englischweiß (KkFf) 25 % Englisch-Weiße (kkFF) 25 % Englisch-Weiße, die erblich noch deutschweiß sind (kkFF), All das in diesem Bericht Gesagte trifft natürlich auch auf alle weißgrundigen Vögel der Melaninreihe zu !!
Erfolgreich züchten – Einige Grundvoraussetzungen! Ein Bericht von Walter Bohner Mit meinem nachfolgenden Bericht rede ich aus eigener Erfahrung, möchte aber niemanden beeinflussen, der mit seiner erprobten Methode bereits erfolgreich züchtet und damit zufrieden ist. Viele von uns klagen darüber, dass sie wieder ein schlechtes oder nur durchschnittliches Zuchtjahr hatten. Ich möchte hier an dieser Stelle mal einige Tipps loswerden, damit es nächstes Jahr vielleicht besser klappt. Ich selbst habe sehr viel ausprobiert, und kann aufgrund der letzten sehr erfolgreichen fünf Jahre sagen, dass die Ausprobiererei nun ein Ende hat und sich eine gewisse Kontinuität in meinem System zur Vorbereitung und zur Zucht manifestiert hat. Vier, nach meiner Meinung wesentliche Faktoren, sind unbedingt zu beachten. *Geschlechtsreife* *Licht* *Temperatur * *Luftfeuchtigkeit* Wenn wir Kanarienvögel erfolgreich züchten wollen, müssen wir manchmal aus verschiedenen Gründen die natürlichen Eigenschaften ändern. Dies bedeutet, dass wir für unsere Vögel aussuchen und festlegen, unter welchen Umständen wir sie brüten lassen, so dass sie sich erfolgreich vermehren können. Es kann vorkommen, dass man aus verschiedenen Gründen, wegen Arbeit oder durch Urlaub, gezwungen wird, den natürlichen Rhythmus der Brut/Zuchtsaison zu ändern. Geschlechtsreife LICHT Wir machen uns diese „leuchtende Einrichtung“, nämlich die künstliche Verlängerung der Lichtdauer in unserem Vogelhaus, zu Nutze, um die Natur zu imitieren. Wir können die Wirksamkeit des Lichtes auch in der Natur beobachten, wenn die Tage länger werden, also schon früh am Tage Licht da ist, können wir die Vogelschar singen hören - so werden wir dies auch in unserem Zuchtraum erleben und beobachten können. Thema Licht. In einer Periode von ungefähr 5 Wochen fügt man jede Woche ungefähr 1 Stunde Licht hinzu, morgens und abends je 30 Minuten, um zu einer Gesamtzahl von ungefähr 15 Stunden (Zuchtzyklus) zu gelangen. Zum Beispiel, morgens um 5.30 Uhr einschalten und um 20.30 Uhr ausschalten. Egal wie man seine Beleuchtung programmiert, wichtig ist hier Gleichmäßigkeit. Ich habe schon viele Züchter gesehen, die ihr Licht meinetwegen um 6.00 Uhr einschalten, welches um 8.00 wieder ausgeht, dann brennt es wieder von 16.00-20.00 Uhr. Wie kann man hier zum Beispiel im Februar von gleichmäßiger Beleuchtung sprechen? Wo doch an vielen Tagen sich kaum die Sonne zeigt, - dies gilt auch noch für März und April. Auch Ende März, wenn die Uhren auf Sommerzeit umgeschaltet werden, ändere ich bei mir im Vogelhaus nichts. Fazit: wichtig ist eine gleichmäßige helle Beleuchtung, nicht ein ständiges an- und ausschalten des Lichtes, und zwar über die gesamte Zuchtperiode. Temperatur Luftfeuchtigkeit Liebe Zuchtfreunde, auf Fütterung möchte ich hier nicht weiter eingehen. Das beste Futter ist das, welches die eigenen Vögel gut verwerten und wo man die besten Erfahrungen mit gemacht hat. Mit diesem Bericht möchte ich nur klarmachen, dass sich Gleichmäßigkeit und Kontinuität auszahlt. Wer die letzten Jahre nicht so zufrieden war mit seinen Zuchtergebnissen, der kann ja einfach mal ausprobieren was sich ändert, wenn er sich an die nach meiner Meinung wichtigen Punkte hält. Prr. Walter Bohner, Kleine Aue 5, 57334 Bad Laasphe-Hesselbach
Ist die Bewertung/Beurteilung von Vögeln noch zeitgemäß? Von Dr. Hans Claßen Diese Frage bekommt man seit einiger Zeit häufig gestellt, wenn man erwähnt, dass man auch einer derjenigen ist, die sich Zuchtrichter (oder Preisrichter) nach erfolgreicher Prüfung nennen dürfen. Natürlich habe ich mir zu diesem Thema schon lange meine Antworten überlegt, die ich Ihnen heute mitteilen möchte. Selektion Diese Leute nennt man traditionsgemäß Preisrichter oder seit einigen Jahren Zuchtrichter. Damit ein Zuchtrichter sein Amt gewissenhaft und gut ausüben kann, bedarf es langer Vorbereitung. So legen beide große Vogelzüchter-Organisationen Deutschlands großen Wert darauf, dass der Weg zum Zuchtrichter über den erfolgreichen Züchter und Aussteller geht. Entschließt sich ein derart erfolgreich eingestufter Züchter dazu, Zuchtrichter zu werden, folgt die eigentliche Ausbildung. Deren Inhalte sind u. a. auch allgemeine biologische und ornithologische Kenntnisse, soweit sie für die spätere Arbeit nützlich sind. Weiter bekommt der Zuchtrichter-Anwärter auf den verschiedenen Tagungen und bei Scholarentätigkeiten auch das praktische Rüstzeug vermittelt, wie man Vögel beurteilt. Schließlich bemerkt er, dass sein Auge ebenfalls geschult wird, und dass er gezielt diejenigen Punkte betrachtet, die bei der jeweiligen Art kritisch sind. Vereine Für Wildformen heißt das überwiegend, wie er z. B. die Fütterung zur Aufzucht optimiert und wie er eventuell das Schautraining verbessern kann. Bei den Domestizierten heißt oft die erste Antwort, welche Merkmale verbessert werden müssen, z. B. Zeichnung der Zebrafinken, Reinheit der Grundfarbe der Farbenkanarien oder die Form der Haube. Es gilt also, die richtige Ausprägung eines Merkmals gezielt einzusetzen, um die im Standard gewünschte Form zu erhalten. Spätestens hier zeigt sich, dass die Forderung nach dem aktiven Züchten sinnvoll ist. Nur wenn ein Zuchtrichter selbst täglich als Züchter gefordert ist, wird er die notwendigen Kenntnisse zur Weiterbildung der Züchter besitzen. Schluss Da gerade die Weiterbildung des Züchters m. E. eines der wesentlichen Vereinsziele ist, müsste bei der Bestellung der Zuchtrichter einiges anders laufen als die Realität zeigt. Gerade der Verein, der nur wenige Selbstzuchtvögel in einer Sparte ausstellt, sollte genau hierfür einen ausgebildeten Zuchtrichter holen und nicht von einem Zuchtrichter einer anderen Fakultät „mitrichten“ lassen. Ein fachlich versierter Zuchtrichter kann mit seiner einfühlsamen Arbeit die Aufbauarbeit des Vereins unterstützen. Gerade die Züchter, die zu Minderheiten gehören (was übrigens für alle Gruppen gelten kann), sollten ideell besonders stark unterstützt werden. Schließlich lebt eine jede Vogelschau von der Artenvielfalt und dem daraus resultierenden farbenfrohen Bild. Genau dies brauchen wir, um das Laienpublikum ansprechen zu können, das das finanzielle Überleben garantiert. Aus dem Gesagten geht hervor, dass ein lebendiges Hobby wie die Vogelzucht nur dann weiterbestehen kann, wenn wir auf den Zuchtrichter nicht verzichten. Allerdings muss eingeschränkt werden, dass der Zuchtrichter auch nach unseren bestehenden Regeln ausgebildet wurde und nicht ein selbsternannter Preisverteiler ist. Dr. Claßen hat diesen Beitrag auf Veranlassung von unserem DKB-Präsidenten Klaus Weber für unser „Mitteilungsblatt“ geschrieben. Beiden Kollegen herzlichen Dank! Preisrichter bei der Bewertung von
Eukalyptus-Öl in der Milbenbekämpfung - der Vaponastreifen der Mutter Natur!! Übersetzung aus dem Holländischen von Winfried H. Aderhold Als ich vor ungefähr 20 Jahren anfing mit Wellensittichen, hat ein älterer Vogelliebhaber mir einen Artikel aus einem kalifornischen Monatsblatt gezeigt. In diesem Artikel stand, dass man Milben und Läuse in Vogelbauern am besten bekämpfen kann mit Eukalyptusöl. Man wunderte sich damals besonders, warum die wilden Sittiche ihre Nester am liebsten in die wilden Eukalyptusbäume bauten. Es fiel auf, dass sie von keinem Ungeziefer befallen wurden. Seitdem behandele ich meine Vogelboxen und meine Vögel mit Eukalyptusöl-Mischungen, die ich in diesem Artikel beschreiben möchte. Nachdem ich viele Jahre dieses Naturmittel mit 100% Erfolg angewendet hatte, war ich natürlich erstaunt, auf verschiedenen Sportabenden hören zu müssen, dass dies Rezept noch nicht bekannt war. Nachdem ich viele Male das Rezept erklärt habe, dachte ich, dass es vielleicht besser wäre es zu veröffentlichen. Bevor ich nun damit anfange, ist es vielleicht sinnvoll, den beginnenden Vogelliebhaber über Milben im Allgemeinen aufzuklären. Hierzu will ich Sie einige Seiten aus dem Buch „Wellensittiche“ von R a d t k e lesen lassen, mit Genehmigung des Verlages Thieme, Zutphen. In vielen Wellensittich-Züchtereien hat sich ein schädlicher Parasit gezeigt. Die Schorf-Milbe: Verwandte Arten dieser Spinnenart verursachen bei Federvieh Kalkknochen und bei Pelztieren Schorf. Bei Wellensittichen befällt die Milbe alle nicht mit Federn bewachsene Stellen, mit Vorliebe die Schnabelecken. Dort ist sie oft nur für ein geübtes Auge sichtbar. Die Federn um den Schnabel stehen dann seltsam aufgerichtet. Bei näherer Untersuchung findet man anfangs warzenartige Wucherungen, die sich schnell ausbreiten und schließlich den Teil um Schnabel und Kinn, den Schnabel selbst und die Nasenlöcher überwuchern. Krallen und Beine werden in Mitleidenschaft gezogen, ebenso die Augenlider und der Teil um die Kloake. Die mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Milbe wird durch den Vogel selbst durch den Schnabel auf andere Körperteile übertragen durch säubern und kratzen. Die Parasiten graben sich tief in die Haut und verursachen einen schrecklichen Juckreiz. Die Wucherungen sind abgestorbene Hautteile, die durch die Milbe verursachte Gewebeveränderungen ergibt. In einem fortgeschrittenen Stadium degeneriert das gesamte Schnabelhorn. Es wird mürbe und zeigt Löcher, wobei es sich am Ende abnormal verlängert. Die Vögel werden mager, weil sie keine Ruhe finden können, schließlich verhungern sie, weil sie mit dem Schnabel nicht genug Nahrung zu sich nehmen können. Dieser Prozess kann Monate dauern. Infizierte Wellensittiche zeigen anfangs einiges Unbehagen, während sie doch bereits in dieser Phase durch eine gute Behandlung geheilt werden können. Im Endstadium sind sie kaum noch zu retten. Eine Milbenplage ist bei Wellensittichen nicht so gefährlich wie zum Beispiel bei der Kanarienbrut, aber sie kann natürlich doch zu ordentlichen Störungen Anlass geben. Die Rote Vogelmilbe: ist ein winziges und durch das menschliche Auge kaum noch wahrzunehmendes spinnenartiges Tierchen. Milben vermehren sich bei warmem sommerlichem Wetter sehr schnell und geraten dann im Handumdrehen in jede Vogelbleibe, ohne dass sie durch andere Vögel übertragen werden. Es ist also keine Schande ab und zu Milben zu haben. Es ist allerdings wohl eine Schande nichts dagegen zu tun. Diese Verursacher von oft ansehnlichem Schaden verkriechen sich tagsüber in Spalten und Löcher und lassen sich nur nachts auf die Vögel fallen um Blut zu saugen. Bei warmem Wetter vermehren sie sich, wie wir soeben bereits sagten, enorm schnell, aber auch Kälte und Hunger können sie wochenlang aushalten. Vollgesaugte Milben sind als rote Punkte erkennbar. Milben sind für erwachsene Vögel zwar nicht direkt gefährlich, sie schwächen die Tiere wohl und können für die brütenden Weibchen außerordentlich irritierend sein. Gerade ausgeschlüpfte Junge können durch das Blutsaugen in einer Nacht getötet werden, wenn sich in den Spalten des Nistkästchens, oder erst recht zwischen dem Holzboden und der Nisthöhle, Milbennester gebildet haben. Darum muss der Züchter immer ein wachsames Auge auf die Milben haben und durch regelmäßiges bespritzen des Nistkästchens, Käfige und der Utensilien, eine Milbenplage zu verhindern versuchen. Wichtig ist natürlich, dass man einen Milbenspray benutzt, der für die Vögel unschädlich ist. Nun, Eukalyptusöl ist im Gegenteil nicht giftig und ist ein herrlicher Lieferant für Vitamin P, dass die Durchlassbarkeit und Elastizität der kleinen Blutgefäße reguliert. Es verhindert Kapillargefäßblutungen in den Blutgefäßen. Vitamin P ist auch wichtig für die Enzymarbeit im Körper. Wöchentliche vorbeugende Behandlung (Rezept): Ca. 1/10 Kubikliter (ungefähr ein Fingerhut voll) Eukalyptusöl mit einem Liter Wasser mischen. Gut umrühren und schütteln. Anwendungsmethode: Alles leicht besprühen, Käfige, Sitzstangen, Nester und Wände. Man sollte nicht plötzlich, nach dem lesen dieses Artikels etwa in ein Nest hinein sprühen, insbesondere dann nicht, wenn dort Junge sind. Das Weibchen erkennt seinen eigenen Nestgeruch und das plötzliche verändern dieses Geruches kann dazu führen, dass es sein Nest verlässt, oder viel schlimmer noch, die jungen Vögel ermordet. Wenn man von Beginn der Brutsaison an die Nester leicht besprüht, dann kann nichts passieren. Überdies ist die Chance größer, dass das Weibchen die Jungen von anderen Nestern akzeptieren wird, weil alle Jungen zusammen den gleichen Eukalyptusgeruch haben. Noch einmal: Eukalyptusöl ist nicht giftig! Es ist also nicht schlimm, wenn evtl. etwas auf die Vögel kommt, oder in das Futter, oder das Trinkwasser, - im Gegenteil, denken Sie an das Vitamin P! Man sollte natürlich nicht in Räumen sprühen in denen gerade Insekten gezüchtet werden. Die jährliche vorsorgende Behandlung: Wenn Sie die Vögel behandeln wollen, so tun Sie das rechtzeitig vor dem Anfang der Mauser. Dies darum, weil der Federanzug durch die Behandlung klebrig wird. Dieses Übel löst sich von selbst während der Mauser, also rechtzeitig vor der Ausstellungssaison. Wenn es aber zu diesem Zeitpunkt aus dem einen oder anderen Grund nicht geht, behandeln Sie aber dann nach den Ausstellungen, aber rechtzeitig und geraume Zeit vor der Brutsaison. Rezept: 1/3 Eukalyptusöl mischen mit 2/3 Salatöl in einem Marmeladenglas. Gut schütteln. Man kann auch nur reines Eukalyptusöl nehmen, aber angesichts der Tatsache dass dies schnell verdampft, ist die Mischung mit Salatöl zu empfehlen. Wenn der Vogel die Schorfmilbe hat, wird das Salatöl die Kruste erweichen. Anwendungsmethode: Mit einem Wattestäbchen oder einem kleinen Pinsel, schmiert man die Mischung auf alle nicht befiederten Teile des Vogels. Die Füße und Krallen, die Kloake, den Schnabel, vor allem die Schnabelecken, die Nasenlöcher (auf, aber nicht in sie!) und die Augenlider ( nicht in das Auge!). Im Weiteren muss man den Vogel so festhalten, dass er keine Chance bekommt in die Watte oder das Pinselchen zu beißen, weil die Aufnahme eines so großen Schluckes Eukalyptusöls, obwohl nicht giftig, zum Erbrechen führen kann. Nach der Brutsaison: Bevor man die Zuchtpaare zurück in die großen Käfige tut, gibt es noch eine wunderschöne Gelegenheit die jährliche Anwendung auszuführen, oder zu wiederholen. Die Jungen werden dabei in einem Aufwasch natürlich mitbehandelt. Nachdem Sie alle Nistkästen gründlich gesäubert haben, spritzen Sie sie, bevor sie weggeräumt werden, mit derselben Mischung ein, wie sie für die wöchentliche Anwendung beschrieben wurde. Danach legt man eine Samenknospe des Eukalyptus-Baumes in jeden Nistkasten. Diese sorgt dafür, dass kein Ungeziefer in die Nistkästen zurückkommt. Denke an die Eierchen der Milben! Die Knospen kriegen Sie fast in jedem Gartenzentrum. Man fragt nach Eukalyptuszweigen und nimmt die Zweige mit den meisten Knospen. Wenn Sie diese Zweige außerhalb der Weihnachtszeit kaufen, werden sie meistens zu einem Spottpreis, oft auch umsonst, weggegeben. Nachdem Sie die Knospen abgebrochen haben, geben Sie die Zweige in die Voliere. Indem Ihre Sittiche an diesen Zweigen nagen, erleben sie nicht nur viel Freude, sondern sie kriegen auch Vitamin P. Tipp: In der Weihnachtszeit braucht man Eukalyptuszweige in vielen Weihnachtsverzierungen. Dann werden die Zweige mit den Weihnachtsbäumen weggeworfen. Passen Sie ein wenig auf und Sie können einen sehr großen Vorrat einsammeln, auch in Ihrer Straße.
Die Schorfmilben-Behandlung: Hierbei muss man die infizierten Vögel extra halten und behandeln, so wie in der jährlichen Anwendung beschrieben wird, aber mit Wiederholungen alle 3-4 Tage, bis die Warzen verschwunden sind. Man darf diese Vögel vorläufig nicht für die Zucht gebrauchen. Wenn man ein Paar mit Jungen behandeln muss, muss man sehr gut darauf achten, dass die Eltern kein Eukalyptusöl aufnehmen, denn dies wird unwiderruflich dazu führen, dass das Weibchen den Kropfsaft ausspuckt, oder noch schlimmer, die jungen Vögel sich erbrechen, was möglicherweise zu Schwächung durch Erschöpfung führt und diese wiederum zum Tode der jungen Vögel. Bei einem leichten anfänglichen Befall der Schorfmilbe bei einem Paar mit Jungen ist es ratsam, mit der Behandlung zu warten bis die jungen Vögel aus dem Nest sind und dann erst die Jungen und die Eltern in einem getrennten Raume zu behandeln. Man darf annehmen, wenn erst ein Nest infiziert ist, dass auch dann alle Nester angesteckt sind. Bei einem brütenden Paar mit nur Eiern ist es das Beste, die Eier unter ein Stiefpaar zu legen und die Eltern in einem getrennten Raum zu behandeln. Nach der Brutsaison müssen alle Paare und Junge behandelt werden. Und nun zu den Mäusen: Vor ein paar Jahren hatte ich, am Anfang des Winters, viel Ärger mit Mäusen in meinem Vogelhaus. Ich wollte kein Gift gebrauchen, erstens weil ich keine Unglücke mit meinen Vögeln riskieren wollte und zum zweiten wollte ich nicht das Risiko eingehen, indirekt die Katzen aus meiner Nachbarschaft zu vergiften, indem ich sie vergiftete Mäuse essen lassen würde. In diesem Falle habe ich dann Mäusefallen aufgestellt, - wie gewöhnlich. Zufällig hatte ich meinen Vögeln die jährlich vorbeugende Behandlung mit Eukalyptusöl gegeben. Ich hatte noch etwas übrig von der Mischung und um es aufzubrauchen, habe ich diese auf den Boden, entlang der Wände des Vogelhauses, aus dem Marmeladenglas laufen lassen. Das riecht lecker frisch. Der durchdringende Mäusegeruch war vorläufig weg, - dachte ich. Am nächsten Tag stellte ich fest, ganz zu meiner Überraschung, dass auch die Mäuse weg waren. Doch ich habe noch ein paar finden können. Eine ganz schwach, die andere tot. Die Schwache konnte ich sofort erwischen. Nach einem Welchen starb diese Maus auch. Es schien, dass den Mäusen buchstäblich kotzübel wurde vom Geruch des Eukalyptusöls und sie kaum noch wussten wie sie wegkommen sollten. Wenn sie zu lange im Vogelhaus blieben wurde ihnen schlecht und schließlich waren sie so geschwächt durch das ständige Übergeben, dass der Tod durch Hunger oder Erschöpfung eintrat. Die, welche trotzdem noch weglaufen konnten, wurden wahrscheinlich eine schnelle Beute der Katzen. Da läutete ein Glöckchen in mir! Ich füllte noch ein Marmeladenglas mit der Mischung für die jährliche vorbeugende Behandlung meiner Vögel gegen Milben. Im Deckel des Marmeladenglases habe ich eine kleine Anzahl Löcher gemacht, um den Geruch entfliehen zu lassen. Danach habe ich das Glas auf den Boden des Vogelhauses gestellt. Seitdem habe ich keinen Ärger mehr mit Mäusen im Vogelhaus gehabt und außerdem bleibt das Vogelhaus lecker frisch riechen. Weil das Eukalyptusöl in der Mischung langsam verdampft, fülle ich das Marmeladenglas jeden Monat neu. Im Sommer: Im nächsten Sommer saß ich eines Abends im Garten und wurde geplagt von Mücken. Auf einmal dachte ich an das Marmeladenglas mit Eukalyptusöl! Ich holte es aus dem Vogelhaus und stellte es unter meinen Gartenstuhl. Seitdem sitze ich jeden Sommerabend herrlich in meinem Garten ohne Mücken, ohne Fliegen, Wespen usw.. Die Insekten bleiben wohl in meinem Garten aber nicht bei mir. Wie komme ich an den „Stoff“: Im Reformhaus und in der Apotheke kann man Eukalyptusöl kaufen. Beachten: In der Apotheke muss man darauf achten, dass man kein Eukalytusöl-Ätherolum kauft. Dies ist Eukalyptus gemischt mit Äther. Wenn Sie diese Mischung gebrauchen, werden Ihre Vögel und Sie selbst in Ohnmacht fallen! Schließlich wünsche ich Ihnen allen ein milben- und mäusefreies, frischriechendes Vogeljahr. Anmerkung von W. Aderhold: Leider habe ich keine Unterlagen mehr, welche Auskunft darüber geben könnten, wer der Verfasser des Artikels ist, der in einer holländischen Vogelzeitung zu lesen war. Zu der Aussage des Artikels kann ich aber nur sagen, dass ich und viele Kollegen Eukalyptus-Öl mit Erfolg ausprobiert haben.
Licht in der Vogelstube Erfahrungsbericht von Roger Wehrwein Eines der wichtigsten Elemente in unserer Vogelzucht ist zweifellos das Licht. Als Anfänger habe ich früher immer das Licht per Hand ein- und ausgeschaltet. Als Schüler hatte man für so etwas immer Zeit. Wenn nicht, waren ja Eltern oder Großeltern da. Als ich von zu Hause auszog, wurde es etwas komplizierter. Eine Zeitschaltuhr musste her. Ich besorgte mir 2 analoge Schaltuhren, die über sogenannte „Mausezähne“ geschaltet werden. Diese Schaltuhr besitzt 48 solcher Zähne und kann alle 15 Minuten geschaltet werden. Ich denke mir, jeder Züchter hat mal eine solche Uhr besessen. Als es letztes Jahr mit der Zucht mal nicht so klappte, kam ich wieder mal auf die Idee, einen Störfaktor zu suchen. An den analogen Schaltuhren hatte mich schon immer gestört, dass die Anzeige der kleinen Uhr mit der Stellung der Zähne nicht übereinstimmte. Man wusste nie, ob es 15.30 oder 16.30 Uhr war. Dementsprechend schlecht ließ sich das Dämmerlicht abstimmen. Es wäre schon ein fataler Fehler, wenn das Dämmerlicht zu spät angeht. Also machte ich mich auf die Suche nach einer modernen aber kostengünstigen Alternative. Eine Schalttafel mit allem Vor und Zurück kam nicht in Frage, zu teuer für einen Häuslebauer. Also dachte ich mir : E-Bay macht’s möglich. Ich begab mich ins Internet zum Auktionshaus und suchte nach einer digitalen Zeitschaltuhr. Der Vorteil dieser Schaltuhr ist, dass sie nicht mechanisch über einen Bewegungsapparat funktioniert, sondern über eine Platine, sie geht dadurch auch nicht so schnell kaputt. Ich fand eine Schaltuhr der Firma Siemens Typ 7LF4 120. Die Schaltuhr besitzt 2 separate Stromkreise, d.h. man kann Dauerlicht und Dämmerlicht damit minutengenau schalten. Jeder Stromkreis besitzt 20 Programme, womit sogar einzelne Tage programmiert werden können. Sommer- und Winterzeit, sowie ein Kalender mit Schaltjahresfunktion sind vorhanden. Als Sondermodell gibt es die Schaltuhr mit einer integrierten Batterie und Funkverbindung zur Weltuhr nach Frankfurt. Bei Stromausfall stellt sich die Uhrzeit wieder automatisch ein. Die Uhr ist von der Größe her ungefähr 8 x 6 cm groß, sie ist doppelt so breit, wie die Sicherung eines Stromschrankes und ist extra für einen solchen Sicherungsschrank angefertigt. Grundvoraussetzung für den Einsatz einer solchen Uhr sind also 2 Stromleitungen vom Schaltkasten in den Zuchtraum, 1 x Dauerlicht und 1 x Dämmerlicht. Meinem Vater habe ich inzwischen auch eine Uhr für sein Hühnerhaus besorgt und installiert. Für weitere Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung. Roger Wehrwein
Reinerbigkeit bei Gouldsamadinen und Schauzebrafinken Ein Bericht von Alexander Minotti, (Stellvertr.-Obmann für Sittiche und Exoten)
Seit einigen Jahren züchte ich Gouldsamadinen und Schauzebrafinken. Dabei musste ich feststellen, dass man heutzutage überhaupt nicht, bzw. nur noch ganz selten, das Glück hat, reinerbige wildfarbene Gouldsamadinen zu bekommen. Das Gleiche gilt auch für graue und Grau-Schecken Zebrafinken. Gerade bei den wildfarbenen Gouldsamadinen werden spalterbige Weißbrust bzw. blau auf dem Markt angeboten, ohne dass dies den Käufern bekannt ist. Dies fällt dann immer erst bei der Nachzucht auf. Das ist besonders für die Züchter ärgerlich, die sich auf reinerbige wildfarbene Tiere spezialisieren wollen. Meiner Meinung nach ist der Grund hierfür, dass vor Jahren die ersten Mutationen zu horrenden Preisen angeboten wurden, und sich manch ein Züchter nur ein oder zwei Mutationsvögel leisten konnte, wurden diese mit den damals noch reinerbigen wildfarbenen Tieren, und in der zweiten Generation die spalterbigen Vögel miteinander verpaart bzw. zurückverpaart, um möglichst viele Mutationsvögel zu ziehen. Dies ist auch die Ursache dafür, dass es nur sehr schwer ist rein wildfarbene Goulds zu erhalten, da man diesen Tieren äußerlich die Spalterbigkeit nicht ansehen kann. Reinerbig wildfarben x Mutation = 100 % wildfarben spalterbig Wildfarben spalterbig x Mutation = 50 % Mutation und 50 % wildfarben spalterbig Wildfarben spalterbig x wildfarben spalterbig = 50 % rein wildfarben, 25 % wildfarben spalterbig und 25 % Mutationen Durch diese Verpaarungen besteht die Gefahr, dass, wenn man Vögel dazukauft, man vielleicht unwissentlich ein spalterbiges Tier in seinen möglichen reinerbigen Zuchtstamm einkreuzt. Dadurch können bei einem Vogel, der über drei Generationen hinweg reinerbig gezüchtet wurde, plötzlich Mutationen fallen, da diese verdeckt weitervererben. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, deshalb gab ich bereits vor Jahren auf, reinerbige wildfarbene Vögel zu züchten. Bei meinen Zebrafinken machte ich leider auch die Erfahrung, dass bei einigen meiner grauen Zuchtstämme auch Schecken, braune oder Grau-Masken und bei meinen Grau-Schecken auch Braun-Schecken gefallen sind. Jedem Züchter, der sowohl reinerbige wildfarbene als auch Mutationsvögel züchten will, gebe ich den Rat sorgfältig Zuchtbuch zu führen, um die wildfarbenen spalterbigen Tiere, die für die Mutationszucht benötigt werden, herauszufinden und diese Vögel nur in dieser Mutationszuchtlinie verbleiben und nicht versehentlich mit dem reinerbigen Zuchtstamm verpaart werden. Bericht von Zuchtfreund Minotti aus dem Jahr 2004
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