Oberhessischer Kanarien-
und Vogelzüchter- Verband
gegründet 1952
LV12 im DKB
OKV  -  Internetseite:  http: // www.LV12.de
 

Dies ist kein kommerzieller Internetauftritt, sondern ein privater Informations-Auftritt des OKV

aktualisiert am 22.06.2011 21:11

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Wie alles begann:

Der OKV wurde 1952 von folgenden drei Vereinen gegründet:

...ein Versuch der Darstellung unseres Oberhessischen Kanarien- und  Vogelzüchterverbandes

Wenn ich zurückblicke....

auf unsere große OKV-Familie, damals noch 21, heute sind es 18 Vereine, und auf deren Mitglieder, dann sehe ich liebe Kolleginnen und Kollegen die sich einem besonders schönen Hobby verschrieben haben, nämlich der Vogelzucht und Vogelhaltung. Nach ca. 15 Jahren als OKV-Vositzender, der längsten Amtszeit die ein Vorsitzender dieses Landesverbandes bisher innehatte, der allerdings bereits seit 1973 als Vogelzüchter und  als Vorsitzender der Vogelfreunde Wallau e.V. am Verbandsgeschehen aktiv teilhatte, dann blicke ich mit Freude auf diese Zeit zurück.

Unser OKV, dieser Landesverband mit der Nr.12 im DKB, den ich in der Hauptversammlung des Jahres 1986 übernahm, ist eine Vereinigung von Vereinen und deren Mitgliedern, die mit Erfolg Vögel züchten und auf Ausstellungen präsentieren. Kolleginnen und Kollegen, die nicht nur mit ganzem Herzen sich der Vogelzucht verschrieben haben, sondern auch, gerade deswegen, große Erfolge auf deutschen und internationalen Schauen hatten und auch heute noch haben.

Ich persönlich kann leider nur einen verbindlichen Rückblick auf die Jahre meiner Amtszeit halten. Die Zeit vor „meiner Zeit“ gehört meinem Vorgänger Volker Heinz, der Vorsitzender von 1973 bis 1985  war, der zweitlängsten Zeit in diesem Amt im OKV. Er hat auf einer der nächsten Seiten eine kurze interessante Zusammenfassung über die Gründung unseres Verbandes erstellt, die auf den Protokollen des Vereins Gießen, sowie der mündlichen Überlieferung von Zfrd. Karl Becker basieren. Ich werde nachher noch einige Vorsitzende und deren Amtszeit skizzieren, leider aber nur für die uns bekannte Zeit von 1962 bis 2002.

Vor dieser Zeit ist großes Dunkel. Wir kennen konkret keine Namen der Gründer unseres OKV. Die Idee einen Landesverband zu gründen, muss, so Volker Heinz in seinem Bericht, in einer Versammlung des Giessener Vereins am 15.4.1951 gekommen sein. In diesem Zusammenhang fallen auch die Namen von Zfrd. Karl Becker aus dem Giessener Verein und K. Schmidt, dem 1. Vorsitzenden des Vereins Marburg. Ob das Namen der Gründer waren, hält Volker Heinz für nicht wahrscheinlich. Was für Vogelarten damals gezüchtet wurden, ist uns ebenso unbekannt. Mit Sicherheit kann jedoch gesagt werden, dass dies vor allem „Harzer Edelroller“ waren, obwohl es natürlich damals auch schon Gestalts- und auch Farbenkanarien gab. Wie wir der älteren Fachliteratur entnehmen ( Julius Henniger, Maximiliansau, 1962) waren zur Gründerzeit des Verbandes im Jahre 1952  nicht nur Gesangskanarienzüchter in Deutschland aktiv, sondern auch, wie eben gesagt, die Gestalts- und Farbenzüchter waren schon mit ihren gestaltlichen und in Farben gezüchteten Kanarien auf dem „Plan.“ Nur wissen tun wir dies für unseren Verband leider nicht. Wir wissen also nicht: welche Züchter, aus welchen Sparten auch immer, waren die Gründer unseres LV 12. Nachgewiesen ist, das die drei Gründervereine die Vereine Gießen, Friedberg und Marburg waren. Das geht aus den Protokollen dieser Vereine hervor. Was nun aber mit den verschwundenen Protokollen des Gründungs-OKV geschehen ist, liegt absolut im Dunkeln. Schade, denn wenn ich gerade jetzt wieder in unserem Fachorgan, dem „Vogelfreund“, die Vorsitzenden der Kollegenverbände sehe, die präzise aus den auch gewiss sehr lange zurückliegenden Gründungsprotokollen zitieren, dann bin ich doch etwas traurig, wenn auch absolut unschuldig daran, dass ich dies heute nach 52-jähriger Verbandsgeschichte nicht kann.

Was ich aus den teilweise rudimentären Aufzeichnungen entnommen habe, und dies gilt auch für die Staffel der Vorsitzenden, gebe ich gerne weiter.

Doch letztendlich zählen nicht nur die Vorsitzenden des Verbandes, denn sie allein können eine so komplizierte Struktur wie es ein Verband mit den vielen Vereinen, deren Mitgliedern, und den vielen unterschiedlichen Vogelarten nun einmal ist, alleine auch nicht aufrechterhalten. Es sind die Freunde im Vorstand, die ebenso wie die Vorsitzenden die Interessen des Verbandes mitbestimmen und lenken. Oftmals ein hartes Stück Arbeit, besonders wenn ich an die Position des Kassierers und vor allem die des Ringwartes denke, wo wirklich viel Arbeit anfällt.

Und jetzt muss ich wieder auf meine „Dienstzeit“ zurückkommen. Als „Dienstzeit“ habe ich meine Arbeit im Verband immer gesehen. Dienst zur Zufriedenheit der Mitglieder, - nicht als Ehre. Diesen inhaltlichen Begriff Ehre sollte eigentlich kein Vereins- oder Verbandsvorsitzender in den Mund nehmen. Es gibt einen Begriff der das Worte Ehre enthält und der heißt „ehrlich.“ Es geht um ehrliche Arbeit zum Wohlergehen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Vögel. Ob das immer gelingt und ob das mir oder meinen Vorgängern immer gelungen ist, mag ich nicht zu beurteilen. Das müssen unsere aktiven Mitglieder tun. Wir alle machen Fehler, aber so gravierend können sie eigentlich nicht gewesen sein, denn sonst wäre unser Verband nicht 52 Jahre alt geworden und darüber hinaus wären nicht 18 Vereine (ab diesem Jahr, anstatt 21 vorher) Mitglied in unserem Landes-Verband. Natürlich gibt es überall wo Menschen sich zusammenschließen, verschiedene Meinungen. Manche wollen, oder vielleicht müssen das auch auf Grund ihrer Charakterstruktur, sich profilieren, ohne wirklich die Qualifikation dafür zu haben. Damit müssen wir in dieser Welt, auch in unserem OKV, leben. Wichtig ist und war mir das immer, dass dieser wunderschöne Zusammenschluss von Vogelzüchterinnen und -Züchtern, der vor 52 Jahren Oberhessischer Kanarienzüchterverband benannt wurde, in Frieden und Freundschaft diesem wunderschönen Hobby Vogelzucht nachgehen konnte. Wettbewerb ja, auf regionalen und überregionalen Schauen, - aber unter Freunden. Konkurrenz ja, - aber nicht ausartend in Kriege untereinander.

Ich denke, dass dies geschafft wurde, zumindest für meine Dienstzeit kann ich das in Anspruch nehmen.

 

Man trägt mir immer den Begriff „OKV-Familie“ nach den ich geprägt habe, teils mit einem Lächeln, teils mit Verständnis und Akzeptanz. Fakt ist, dass ich den Verband wirklich immer als meine OKV-Familie gesehen habe. Nicht als Podium der Eitelkeit für den ersten Vorsitzenden, sondern als Zusammenschluss von gleichwertigen Kolleginnen und Kollegen, die wiederum auf Ausstellungen nationaler oder internationaler Art gemeinsam die „Fahne“ des Verbandes hochhalten und Siege erringen. Natürlich in erster Linie für sich selbst, dann aber auch für ihren Verein, aber letztendlich auch für unseren OKV. Ich war immer sehr stolz auf die Kolleginnen und Kollegen die große Erfolge hatten und die „Verbandsfahne“ hoch hielten. Allen denen möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken.

Wenn ich Ihnen nun heute einen Abriss der Geschichte des OKV präsentiere, so muss ich sagen, dass ich nur sehr ungern und hilflos an diese Arbeit gegangen bin. Der Hintergrund liegt auf der Hand: zehn Jahre fast totales Dunkel, also keine kontinuierliche Berichterstattung möglich, wo doch gerade die Gründerjahre sowie die Namen der Gründer und was für Vögel sie damals gezüchtet haben von größter Bedeutung sind, will man die Historie eines Verbandes aufzeigen. Ein paar wenige Kollegen und ich haben uns bemüht Licht in das Dunkel zu bringen, aber die ersten zehn Jahre blieben dunkel. Sehr schade. Und dann steht man als „Verbandshistoriker“ ganz schön dumm da. Trotzdem habe ich versucht, das Beste daraus zu machen. Ich habe das wenige vorhandene Material intensiv durchgearbeitet. Unterlagen wurden mir gegeben, die sehr interessant waren, aber mit unserer OKV-Geschichte nichts zu tun hatten. Trotzdem meine ich, dass ich doch einige wesentliche Details aus der Verbandsgeschichte zusammentragen konnte.

 

Ich möchte zum Schluss noch einmal auf korrekte Aufzeichnungen und deren Verteilung und Aufbewahrung zurückkommen. In meiner Dienstzeit habe ich mich sehr intensiv der Statistik gewidmet. Das heißt, ich habe jede Schau, jedes Jahr detailliert analysiert, so dass wir heute wissen, welche Schau mit wie vielen Vögeln insgesamt, aber auch in den einzelnen Arten/Sparten, beschickt wurde. Ebenso habe ich die Rangfolge der Verbandsschauen, bzgl. der Beschickung, ab 1985 aufgezeichnet. Und was mir sehr wichtig war, ich habe sie nicht bei mir im sogenannten „stillen Kämmerlein“ eifersüchtig versteckt, sondern in unserem „OKV-Mitteilungsblatt“ veröffentlicht und auch meinem Nachfolger komplett übergeben. Sodass nachfolgende Generationen bestimmt irgendwo noch brauchbares Material finden, wenn der OKV das „Hundertjährige“ feiert und wieder einer beauftragt wird einen geschichtlichen Rückblick, einen Abriss der OKV-Geschichte, aufzuzeichnen.

Heute, als OKV-Ehrenpräsident, stelle ich mich nach wie vor in den Dienst unseres Verbandes, besonders als Herausgeber und Redakteur unseres „OKV-Mitteilungsblatt“, wo man später auch daraus die Historie ergänzen kann.

 

  

Winfried H. Aderhold

(OKV-Ehrenpräsident)

Gründung des

Oberhessischen Kanarienzüchter -Verbandes

 

Aus den Protokollen des Kanarienzuchtvereins

1899 Gießen und Umgebung, sowie aus mündlichen

Überlieferungen von Zfrd.  Karl Becker aus Gießen, an

Volker Heinz aus Hüttenberg.

Der Kanarienzuchtverein 1899 Gießen und Umgegend wurde lt. Protokoll am 22.01.1950 wieder neu gegründet.

Die Kontakte zu den Züchtern in Friedberg und Marburg waren vorhanden. In einer Versammlung am 05.03.1950 wurde der Beitritt zum Hessischen Verband in Aussicht gestellt. Der Beitritt erfolgte dann am 14.01.1951. Zu diesem Zeitpunkt muss der Verein Friedberg ebenfalls beigetreten sein. Die Züchter des Hessischen Verbandes, vorwiegend aus Frankfurt und Darmstadt, waren nicht so erbaut von den Züchtern aus dem Oberhessischen Bereich. Die Idee einen Landesverband mit den Vereinen aus Gießen, Friedberg und Marburg zu gründen, wurde in einer Versammlung des Gießener Vereins am 15.04.1951 beschlossen. Der Zfrd. Karl Becker wurde beauftragt mit den Vereinen Friedberg und Marburg Kontakt aufzunehmen um einen Landesverband zu gründen.

Ein Name für diesen Verband wurde bereits schon festgelegt. Der Landesverband sollte den Namen „Lahn-Dill-Kreis“ erhalten.

 Der 1. Vorsitzende des Vereins Marburg, K. Schmidt, stellte schriftlich den Antrag beim Gießener Verein, die 3 Vereine früher zusammenzuschließen.

Bei der durchgeführten Versammlung am 16.10.1951 wurde berichtet, dass der Friedberger Verein leider verhindert war.

Der Verein Marburg muss zu diesem Zeitpunkt noch keinem Landesverband angehört haben.

Der Grund für den Zusammenschluss war:

1.   die Anfahrtswege zu den Versammlungen waren für die damaligen Verhältnisse sehr weit und zeitaufwendig;

2.   die Versammlungen waren nur in der Nähe von Darmstadt oder Frankfurt eingeplant;

3.   die Züchter aus dem Raum Frankfurt/Darmstadt waren auch   nicht bereit in Richtung Oberhessen zu fahren.

Nach Einigung der 3 Vertreter aus den Vereinen Gießen, Friedberg und Marburg wurde am

20. 01. 1952 der

Oberhessische Kanarienzüchter-Verband

gegründet.

Der ursprüngliche Name „Lahn-Dill-Kreis" wurde nicht genommen, da man Friedberg nicht zu Lahn-Dill einordnen konnte.

Der Name Oberhessischer Verband bezog sich auf alle 3 Vereine und aus geographischer und geschichtlicher Sicht wurde an das damalige Oberhessen gedacht.

Da Gießen die Mitte der 3 Vereine bildete und auch der älteste Verein ist, wurde der Sitz in Gießen festgelegt.

Die 1. Versammlung des Oberhessischen Verbandes wurde in Marburg durchgeführt. Zfrd. Karl Becker aus Gießen war als Delegierter bei dieser 1. Versammlung.

Ergänzend zu den obigen Angaben sei noch vermerkt, dass die Mitglieder der damaligen Vereine ausschließlich Gesangskanarien züchteten. Im Verein Gießen wurde aber, so ist es aktenkundig, am 10. Januar 1954 eine Farbkanarienabteilung gegründet. Es ist zu vermuten, dass zu dieser Zeit, spätestens jedoch im Jahre 1955, die Sparte Farbkanarien auch im OKV aufgenommen wurde .

 

1952      OKV-Ausstellung in Gießen,  11.12.- 13.12.

 

1953     OKV-Ausstellung im Hotel Köhler in Friedberg

           

1954          OKV-Ausstellung im Gasthaus Reitz, Marburg, 4.-5.12.

            Vom Verein Gießen gemeldete Vögel:

            12 Kollektionen Gesang + 3 Kollektionen Farbe

            Vom Verein Friedberg gemeldete Vögel:

              1 Kollektion Gesang

 

1955     OKV-Ausstellung in Gießen vom 02.- 04.12.1955

 

1956          OKV-Ausstellung in Marburg,  2. Dezember

              (Verein Marburg 50 Jahre alt, gegr. 1906)

1957       OKV-Ausstellung in Friedberg

1958       OKV-Ausstellung in Marburg

 

Zusammengestellt von Volker Heinz, im November 2002

Verbandsvorsitzende soweit sie bekannt sind:

      1952 – 1962         ????? ?????

1962 – 1963         Karl Becker

1963 – 1964         Hermann Viehmann

1965 -  1966         Otto Lang

1966 -  1970         Hermann Viehmann 

1970 – 1973         Herbert Venohr

1973 – 1985         Volker Heinz

1985 -  1986         Herbert Venohr (kommissarisch)

1986 – 2001         Winfried Aderhold

2001 -  2002         Lothar Schäfer (kommissarisch bis März 2002)

2002 - HEUTE     Jürgen Metzger

M e i s t e r s c h a f t e n  seit 1948
Zuchtjahr  Nr.:  OKV  DKB  Nr.:  COM 
1948 1  --- Frankfurt  ---  ---
49 2  --- Köln  ---  ---
1950 3  --- Nürnberg  ---  ---
51 4  --- Hannover  ---  ---
52 5 Gießen Speyer 1 Utrecht –NL
53 6 Friedberg Dortmund 2 Antwerpen-B
54 7 Marburg Bielefeld 3 Tourcoing-F
55 8 Gießen Nürnberg 4 Barcelona-SP
56 9 Marburg Darmstadt 5 Lissabon-P
57 10 Friedberg Hamburg 6 Helmond-NL
58 11 Marburg Hannover 7  Lissabon-P + Udine-I(Ges)
59 12 Gießen Darmstadt 8 Darmstadt-D
1960 13 Friedberg Kornwestheim 9 Treviso-I
61 14 Alsfeld Krefeld 10 Brüssel-B
62 15 Marburg Mannheim 11 Toulouse-F
63 16 Gießen/Heuchelheim Hannover 12 Lissabon-P
64 17 Friedberg Walldorf 13 Rotterdam-NL
65 18 Alsfeld Kassel 14 Lissabon-P
66 19 Friedberg Dortmund 15 Lorsch-D
67 20 Gießen Hockenheim 16 Billancourt/Paris-F
68 21 Kirchhain Ansbach 17 Verona-I
69 22 Friedberg Geilenkirchen 18 Lissabon-P
1970 23 Lollar Bad Hersfeld 19 Basel-CH
71 24 Kirchhain München 20 München-D
72 25 Wilnsdorf-Rudersd. Bocholt 21 Rotterdam-NL
73 26 Wissmar Trossingen 22 Antibes-F
74 27 Gießen/Dornholzh. Bad Hersfeld 23 Mechelen-B
75 28 Kirchhain Hockenheim 24 Valencia-SP
76 29 Pohlh./Lang-Göns Hannover 25 Genua-I
77 30 Friedberg-Ossenh. Bocholt 26 Bocholt-D
78 31 Pohlheim Frankenthal 27 Breda-NL
79 32 Kirchhain Bad Hersfeld 28 Olomouc-CSR
1980 33 Wasenberg/Neukirchen Münster 29 Nice-F
81 34 Oranien/Sechshelden Hockenheim 30 Roeselare-B
82 35 Pohlheim Mönchengladbach 31 Piacenza-I
83 36 Dilltal/Hartenrod Pirmasens 32 Pirmasens-D
84 37 Pohlheim/Tischpräm. Münster 33 Zutphen-NL
85 38 Marburg/Marbach Frankenthal 34 Wien-A
86 39 Lollar Bocholt 35 Roeselare-B
87 40 Pohlheim Nürnberg-Altenfurt 36 Paris-F
88 41 Oran./Haiger-Allendorf Coesfeld 37 Pordenone-I
89 42 Wetzlar-Steindorf Saarbrücken 38 Split-Y
1990 43 Friedb./Dorn-Assenheim Mönchengladbach 39 Bern-CH
91 44 Homberg-Ohm Mainz-Laubenheim 40 Las Palmas-SP
92 45 Lollar Münster 41 Breda-NL
93 46 Pohlh.Watzenb-Steinb. Mannheim-Hockenh. 42 Bocholt-D
94 47 Pohlheim Ulm 43 Udine-I
95 48 Willingshausen Ibbenbüren 44 Charlerois-B
96 49 Kirchhain Coesfeld 45 Reims-F
97 50 Alsfeld Ansbach 46 Zutphen-NL
98 51 Wallau Hockenheim 47 Silvi Marina-I
99 52 Wetzlar/Rechtenbach Bad Salzuflen 48 Alicante-SP
2000 53 Dilltal/Hartenrod Ulm 49 Porto (Portugal)
1 54 Friedberg/Oppershofen Bad Salzuflen 50 Ypern-B
2 55 Kirchhain/50-J.OKV !! Mannheim 51 Amiens-F
3 56 Friedberg/Trais-Münzenb. Münster 52 Lausanne/Schweiz
4 57 Wetzlar Coesfeld 53 Bad Salzuflen/Deutschl.
5 58 FÄLLT AUS Erfurt 54 FÄLLT AUS
6 58 Willingshausen Bayreuth 54 FÄLLT AUS

Dies ist eine Aufstellung, unter Mitarbeit von unserem  Zuchtfreund Josef Czére. Vielen Dank !

Winfried H. Aderhold

 

Gustav M ü l l,

der große, alte Mann im OKV

-         eine biographische Momentaufnahme,

gedacht als Nachruf der besonderen Art -

 

 

 

Wenn vom „Oberhessischen Kanarien- und Vogelzüchterverband“ geredet wird, erinnern sich ältere Züchter aus ganz Deutschland an ihn, an unseren „Alten Gustav“, den Altmeister der deutschen Kanarien- und Vogelzucht.

In Kurzfassung  möchte ich nachfolgend, ihm, dem großen Meister und unserem großen Vorbild zu Ehren, den ich ja noch kennen lernen durfte, sein Bild in Erinnerung rufen. Den älteren Mitgliedern in unserem LV 12 /OKV ist er stets in guter und wertvoller Erinnerung!

Um seiner Person gerecht zu werden ist mir klar, dass es mir nicht gelingen wird Gustav Müll zu beschreiben, dessen bin ich mir bewusst, denn ich glaube dazu müsste man mit ihm gelebt haben. Versuchen will ich es aus meiner Sicht mit wenigen Worten trotzdem.

Er war der große Preisrichtervater, nicht nur im OKV. Er war Gründer der Preisrichtergruppe im DKB. In unserem LV12 führte er die erste Preisrichterschulung durch. Seine „Preisrichter-Söhne“ sind heute noch sehr aktiv und anerkannt im gesamten DKB und darüber hinaus, - Dieter Amthauer, Jürgen Böhm und Horst Heim. Die Schüler die nach den drei eben Genannten kamen, bezeichnen wir als die „Preisrichter-Enkel“ von Gustav.

Mein leider viel zu früh verstorbener Freund, der uns allen bekannte und unvergessene Klaus Speicher, schrieb mir einmal über unseren Gustav: „Er war mein Lehrer in Kanarienkunde. Ich lernte von ihm die „Praxis auf dem Richtertisch“. Seine kompetente Gesamtsicht des Vogels, die Gabe des analytischen Zerlegens in Einzelmerkmale, ohne den früh erkannten Gesamtwert des Rassebildes zu verlassen, war sein hohes Talent. Einen „Mustervogel“ länger bei sich auf der Tischecke zu haben, habe ich bis heute beibehalten.“

Gustav Müll, geboren am 31. August 1914, war ein besonderer, geradliniger und korrekter Mensch. Er war Bürgermeister von Haigerseelbach und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Ein exzellenter Kenner der Vogelwelt und der Vogelzucht. Ein sympathischer, fröhlicher Mensch und kein „Kind von Traurigkeit“, immer um das Wohl des OKV und der Vogelzucht im Deutschen Kanarienzüchter-Bund bemüht.

Einmal im Jahr lud er die FPMC-Preisrichter des Verbandes zu sich ein in sein wunderschönes Vogel-Gartenhaus. Ich durfte im März 1991, als Vorsitzender des Oberhessischen Kanarienzüchter-Verbandes, in den Genuss seiner Einladung kommen. Den Tag werde ich nie vergessen. Die Räumlichkeit ebenso wenig! Vogelkäfige an den Wänden, viele Pokale und andere Ehrungen, darunter auch das Bundesverdienstkreuz. An der Decke über dem Esstisch hingen hessische Wurstspezialitäten, welche wir zum Frühstück mit Bauernbrot und einem guten Glas Bier zu uns nahmen. Eine anheimelnde, gemütliche Atmosphäre, die auch auf dem von mir gemachten Erinnerungsfoto zum Ausdruck kommt, auf welches er mir später die folgende Widmung schrieb: “ Zur Erinnerung an einen schönen Tag und besten Dank für Deinen Besuch in der Hoffnung auf ein Wiedersehen, wo und wann ?. Haigerseelbach, 10.3.91, Gustav Müll.“

Ich mochte ihn und er mochte mich. Wir haben uns öfter getroffen und uns jedes Mal gefreut wenn wir uns sahen.

Gustav Müll ging von uns, - er starb am 20. Juli 1993 im Alter von fast 79 Jahren. Der Altmeister der deutschen Vogelzucht hatte uns für immer verlassen. Wir OKV-ler und der gesamte DKB haben ihm viel zu danken und werden ihn nie vergessen. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn einer seiner „Söhne“ ihm posthum die Ehre erwies, und eine ausführlichere Biografie verfasste, die ich gerne veröffentlichen würde.

 

Winfried  H. Aderhold

(Ehrenpräsident des OKV)

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