Oberhessischer Kanarien-
und Vogelzüchter- Verband
gegründet 1952
LV12 im DKB
OKV  -  Internetseite:  http: // www.LV12.de
 

Dies ist kein kommerzieller Internetauftritt, sondern ein privater Informations-Auftritt des OKV

aktualisiert am 22.06.2011 21:11

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....den kenn ich doch !

Der OKV stellt vor:

Züchter-Portrait:
Fotos zum vergrössern anklicken!

Wilfried  B o h n e r,

ein Großsittichzüchter von Format...

Ein Züchterporträt von Winfried H. Aderhold

 

 

Da war ich doch sehr beeindruckt, als ich diese schöne Volierenanlage sah, in der momentan vierzehn Arten Großsittiche artgerecht gehalten werden.

 Wilfried Bohner hat sein Haus in Bad Laasphe-Hesselbach, in einer wunderschönen Gegend im Wittgensteiner Land an der hessischen Grenze. Von seinem Vogelhaus sieht er in eine ruhige bewaldete Umgebung, an der sich ganz sicher auch seine Vögel erfreuen, denn sie haben den gleichen Ausblick. Schöner können Vögel nicht gehalten werden.

Bohner, geboren 1941, von Beruf Fräser, heute Rentner, verheiratet mit seiner liebenswerten Frau Lieselotte, ist ein „alter Hase“ der Vogelzucht. Erblich vorbelastet ist er nicht. Er hatte keine Vorbilder in seiner Familie für sein schönes Hobby. Trotzdem, mit 10 Jahren erhielt er ein Pärchen Kanarien, womit die Liebe und Leidenschaft zu den Vögeln begann. Mit 14 Jahren kamen Goldfasanen dazu. Die erste Voliere ließ nicht lange auf sich warten, denn mittlerweile hatte er sein Herz für Sittiche entdeckt, damals waren es Mönchssittiche die es ihm angetan hatten. Im Laufe der Jahre kamen auch andere Sitticharten dazu, sodass die erste Großvoliere im Jahr 1971 gebaut wurde. Seit dieser Zeit hat Bohner sich spezialisiert und hält heute ausschließlich australische Großsittiche. Ein Erweiterungsbau im Jahre 1987 gab ihm die Möglichkeit die Anzahl der Volieren von 12 auf nunmehr 18 zu erhöhen. Jetzt legte Wilfried erst richtig los und heute hält und züchtet er 14 verschiedene Sitticharten! Ich versuche sie einmal aufzuzählen. Das sind:

Cloncurrysittiche, Bergsittiche, Rotkappensittiche, Königssittiche, Prince of Wales (Wildfarben/Lutino/Albino), Rotsteißsittiche, Barnard-sittiche, Schildsittiche, Kragensittiche, Pennantsittiche, Vielfarbensit-tiche, Blasskopfrosellas, Hoodedsittiche, Rosellasittiche. Eine beacht-liche Artenvielfalt, die mich in ihrer Schönheit, Farbenpracht, aber auch Vitalität und ganz offensicht-licher Gesundheit, begeistert hat. Dazu noch der wunderschöne landschaftliche Hintergrund, - da lacht das Herz des Natur- und Vogelliebhabers.

 Aber gehen wir weiter mit unserer Züchtervorstellung. Wilfried Bohner hat im Jahr 2006 sechzehn Paare zur Zucht angesetzt und 36 Jungvögel gezogen, die er, wiederum nach Arten getrennt, in Extravolieren hält.

Zu seinen Volieren muss ich noch einiges sagen. Ein Futtergang läuft durch die Mitte seines Vogelhauses und trennt die Volieren in rechte und linke. Am Ende der rechten Volierenseite ist ein kleiner, aber sehr gemütlicher Raum, in welchem ein Teil der Siegertrophäen an den Wänden angebracht ist und auch Trainingskäfige stehen. Der Raum hat es „in sich“, denn dort stand bei mei-nem Besuch eine Infrarot-Kamera, mit der Farbbilder und auch Ton auf den Fernseher in diesem Raum, aber auch ins Wohnzimmer übertragen werden. Eine große Hilfe, vor allem wenn neue Vögel zusammengestellt werden sollen und er beobachten kann „wer mit wem“ harmoniert, um Fehlpaarungen zu vermeiden. Das alles hat mich begeistert. Immer das Geschehen im Vogelhaus in Bild und Ton präsent zu haben, - einfach großartig. Ich selbst habe ja schon mein „Radio Vogelhaus“, worüber ich im Vogelfreund Nr. 6/2006 berichtet habe, aber dies ist natürlich das non plus ultra. In diesem gemütlichen Raum wird selbstverständlich dann auch schon mal mit Vogelfreunden ein Bierchen getrunken, während man fachsimpelt.

Vom Futtergang aus kann Kollege Bohner nicht nur die Vögel füttern, sondern hat auch von dort Klappen hinter jedem Nistkasten angebracht, welche er öffnen kann um den Inhalt zu kontrollieren und um später die Jungvögel zu beringen, ohne dass er störend die Voliere betreten muss. Eine gute Sache sowohl für den Züchter als auch für die Vögel. Erwähnenswert ist noch, dass jeder Nistkasten mit einer Bodenheizung ausgestattet ist, welche bei niedrigen Tem-peraturen zentral über Thermostat eingeschaltet wird, wie natürlich auch die Steuerung der Beleuchtung zentral geschieht. Der Boden der Voliere ist betoniert um den Nagern keine Chance zu geben. Zur Abwehr von Katzen, Mardern etc. ist auf dem Vogelhaus Weidezaunlitze gespannt, die während der Nachtstunden aktiviert wird. Wilfried Bohner hat, auf Grund seiner langjährigen Erfahrung, alles gut durchdacht!

Bei so optimalen Haltungsbedingungen braucht man sich nicht wundern, dass er auch der Versorgung seiner Vögel besonders große Aufmerksamkeit widmet. Ich fasse einmal in Kurzform das zusammen, was mir Bohner sehr aus-führlich erzählt hat, was aber an dieser Stelle aus Platzmangel nicht bis ins Detail abgehandelt werden kann: Als Körnerfutter ist „Großsittich-Spezial“, ohne Sonnenblumenkerne, von Witte Molen im Einsatz, - Aufzuchtfutter Pre Biotica, ebenfalls von Witte Molen, welches er, aber nur dann wenn Jungvögel im Nest liegen, durch Hühner-Ei verfeinert. Dieses Pre Biotica wird ganzjährig gegeben, im Winterhalbjahr allerdings etwas weniger. Keimfutter, ein wichtiger Bestandteil seiner Fütterung, wird aus Sonnenblumenkernen hergestellt. Ansonsten füttert Bohner „alles was die Natur an verwertbarem Grünen hergibt.“ Dazu gehören auch, je nach Jahreszeit, Maiskolben, Ebereschenbeeren, Äpfel und Möhren. Bei dieser gesunden Kost, sagt Bohner, sei die Gabe von Vitaminen nicht mehr notwendig. Seine Tiere sind sichtbar vital und gesund, so dass er keine Medikamente im „Einsatz“ hat, außer einer jährlichen zweimaligen Entwurmungskur.

Unser Freund Wilfried hat das große Glück in seiner Familie einen Sohn zu haben, der ebenfalls Vogelzüchter ist und im gleichen Haus wohnt: Walter Bohner, als Kanarienzüchter, Preisrichter und 2. Vorsitzender des BFCD (Border & Fife-Club Deutschland), ein bekannter Vogelzüchter und Kenner der Materie. Vater und Sohn helfen sich gegenseitig in der Betreuung der Vögel, wenn einer von beiden mal nicht zu Hause ist. Das ist natürlich optimal und mancher Zuchtkollege wird Wilfried darum beneiden, - seinen Sohn Walter allerdings auch, der gerne die Hilfe seines Vaters in Anspruch nimmt. Ohne Sorge um seine geliebten Gefiederten in Urlaub fahren zu können, - nicht jeder Kollege hat dieses Glück.

Abschließend sollte ich noch erwähnen, obwohl dies eigentlich überflüssig ist, dass Wilfried Bohner auf vielen Ausstellungen Erfolge verzeichnen kann, was die Vielzahl der Pokale, Medaillen und Urkunden belegen, die sowohl im Vogelhaus als auch in der Wohnung zu sehen sind.

 Ich freue mich, dass ich unserer großen „Vogelfamilie“ einen so kompetenten Sittichzüchter, aber auch einen so sympathischen, liebenswerten Kollegen vorstellen durfte, dem ich für die Zukunft alles Gute wünsche.

Winfried H. Aderhold

 

Züchter-Portrait:

Jürgen  P u s c h m a n n

1.Vorsitzender

Vogelfreunde Lollar u.Umg.  e.V 

(Vereins-Nr. 12 im OKV)

 

Der sehr sympathische 1. Vorsitzende der Vogelfreunde Lollar, Jürgen Puschmann, ist am 30. März 1957 in seinem Heimatort und auch jetzigem Wohnort, Mainzlar, geboren. Von Beruf ist er Diplom-Ingenieur. Am 01. Juli 1999 hat er sich selbständig gemacht und betreibt ein Montageunternehmen im Bereich der Dämmung und Abdichtung.

Verheiratet ist Jürgen seit fast 20 Jahre. Er hat eine Tochter von 17 Jahren und einen Sohn von 14 Jahren. Sicher bedingt durch seine Selbständigkeit, hat Puschmann für andere Hobby`s  „leider keine Zeit mehr“. Früher spielte er Badminton.

Jürgen befasst sich seit vielen Jahren mit Haltung und Zucht von Vögeln. Erblich belastet ist er durch seinen Opa, der, laut Aussagen von Jürgen`s Mutter, schon Hänflinge und Stieglitze gehalten hat. Leider verstarb der Großvater als Jürgen erst 2 Jahre alt war.

Begonnen hat Jürgen mit der Haltung von Vögeln 1969,- damals waren es Blutschnabelweber. Danach züchtete er, ab 1971, Kanarienvögel. Heute kennen wir Jürgen Puschmann ja alle als einen exzellenten  Züchter, Preisrichter und Vogelliebhaber. Seine derzeitige Vogelpalette besteht aus: Rosakakadus, Graupapageien, Mohrenkopfpapageien, Grünzügelpapageien, Königssittiche, Pflaumenkopfsittiche, Schwalbensittiche, Glanzsittiche, Schönsittiche, Blauflügelsperlingspapageien, Augenringsperlingspapageien, Agapornis Personatus (Schwarzköpfchen), Agapornis Fischeri (Pfirsichköpfchen), Agapornis Lilianae (Erdbeerköpfchen);  Feuerzeisige, Bartzeisige, nordische Gimpel und chin. Wachteln.

Von jeder Art besitzt er meist 2 Paare. Mutationen hat er nur bei den Agaporniden und Wachteln.

 Zur Zucht werden ca. 30 Paare angesetzt, wobei natürlich nicht alle Paare sich vermehren. „Bei manchen Arten warte ich noch auf meine erste Nachzucht.“ Jürgen sagt, dass bei seinen Vögeln nur die Paarhecke möglich sei. Auch früher, als er noch viele Kanarien gezüchtet habe, sei von ihm diese Heckform bevorzugt worden.

Kollege Puschmann ist glücklicher Besitzer eines Vogelhauses in der Größe von 100 qm, mit 10 Außenvolieren und 2 Volieren von ca. 20 qm über der Werkstatt. Hier werden Jungvögel gehalten, welche erst nach 3 Jahren ausgefärbt und zuchtreif sind. Dies betrifft die Graupapageien, Königsittiche und Pflaumenkopfsittiche. Im Vogelhaus sind jeweils Innenvolieren zu den Außenbereichen, dazu noch Flug-, bzw. Zuchtkäfige von 80 bis 200 cm Länge. Diese tolle Anlage hat er vor Jahren gebaut.

In einer solch großartigen Zuchtanlage kann man natürlich auch gute Ergebnisse erwarten, vor allem dann, wenn man das Wissen und Können von Jürgen hat. Er erzüchtet pro Jahr ca. 30 bis 50 Jungvögel. Eine ganze Menge. Trotzdem bestellt er aber vorsorglich 100 Ringe in den verschiedensten Größen. Jürgen betreibt sein Hobby in der Familie alleine. Er hat zwar versucht seine Kinder zur Vogelzucht zu gewinnen, aber der Funken ist leider nicht rüber gesprungen. Bei den Vereinsaktivitäten sind sie und seine Gattin aber immer zur Stelle und unterstützen den Verein bei den vielfältigen Veranstaltungen. Früher hatte er auch noch Bachstelzen, das erste wurde als Nesthocker gebracht und von seiner Frau aufgezogen. Die Zucht ist ihm leider nie gelungen. Heute beobachtet er die einheimischen Vögel in seinem Garten.

Die Urlaubsversorgung ist bei den Puschmann`s auch gut geregelt. Früher fütterten die Eltern von Jürgen die Vögel. Heute füttert eine Mieterin täglich mit Keimfutter und Obst. Das Wasser und Körnerfutter gibt jeden 2. Tag ein Vereinskollege. Denen erleichtert Jürgen die Arbeit, geht dabei allerdings auch auf Sicherheit, indem er an jeden Käfig, bzw. Voliere, einen Zettel hängt, damit das verschiedene Futter auch an die richtige Adresse kommt. Bei Geschäftsreisen füttern seine Frau oder die Kinder die Vögel. Tolle Sache, denn dann kann die Familie außerdem auch noch ganz beruhigt in den verdienten Urlaub fahren ohne sich um die Tiere zu Hause Sorge machen zu müssen.

Zur Fütterung generell sagt Jürgen, daß diese immer morgens erfolgt. Während der Woche um ca. 6.30 Uhr und am Wochenende etwas später. Dies habe für ihn den Vorteil, daß er seine Vögel auch dann gut versorgt wisse, wenn er aus beruflichen Gründen abends etwas später nach Hause komme. Auch würden so die Jungvögel von den Elterntieren immer früh und gut versorgt.

Zum Futter als solchem sagt er, daß er vor ca. 10 Jahren auf das Körnerfutter „Prestige“ der Firma Versele-Laga umgestiegen sei. Das Futter sei zwar nicht das günstigste, aber sehr sauber und in guter Qualität. Bei seinen Agaporniden, Grassitticharten, Schwalben-, Pflaumenkopfsittichen  und Sperlingspapageien füttert Jürgen keine Sonnenblumensaat. Das Futter sei zu fetthaltig und setze bei den Vögeln an.

Beim Aufzuchtfutter mischt er Quiko mit Aleckwa. Dieses wird vor der Fütterung mit Honig vermischt. Eigentlich sei diese Mischung nur für die Schwalbensittiche bestimmt gewesen. Heute würden aber besonders die Agaporniden dieses Futter sehr gerne fressen.

Keimfutter bekommen seine Vögel natürlich auch. Die Keimfuttermischung besteht aus ca 40% Sonnenblumenkörner und je 20% Hafer, Weizen und käuflichem Keimfutter für Papageien.

Grünfutter erhalten alle Sitticharten, Wachteln und Finken. Obst, wie Äpfel, Karotten, Kirschen, Birnen, etc., je nach Jahreszeit, erhalten alle Papageien.

Vitamine reicht Jürgen in Form von „Korvimin“, das nur über den Tierarzt erhältlich ist. Dieses Produkt ist ein Pulver, welches noch Aminosäuren und Spurenelemente enthält und über das Keimfutter gestreut wird. Es wird nicht immer gefüttert, sondern 4x im Jahr in Form einer „Kur“ von jeweils 4 – 6 Wochen.

Medikamente verabreicht Jürgen seinen Tieren erst nachdem er bei einem Fachtierarzt war. Pockenimpfung sei nicht angesagt, da er z.Zt. keine Vogelarten besitze die diese Impfung benötigten.

Das Thema Ausstellungen hat für Jürgen Puschmann natürlich einen hohen Stellenwert. Er besucht normalerweise jährlich vier Schauen. Das sind die Vereinsausstellung, AZ-Landesschau, AZ-Bundesschau und die OKV-Verbandsschau.

Leider habe er die beiden letzten OKV-Schauen aus familiären Gründen nicht beschicken können.

 Die DKB-Meisterschaft besuche er wegen der langen Schaudauer und dem späten Termin im Januar nicht, da er bereits im Dezember mit der Zucht der kleinen Arten und der Mohrenkopfpapageien beginne.

Ein so exzellenter Züchter und Kenner der Materie hat natürlich große Erfolge aufzuweisen. Jürgen skizziert seine Erfolge in Kurz- fassung:  Insgesamt mehrere Vereinsmeister, OKV-Verbands- meister, 1999 doppelter Landessieger bei der AZ-Landesschau Hessen, insgesamt 10 Landessieger bei den Großsittichen, wobei in der Sparte Agaporniden/Sperlingspapageien 3 x hintereinander mit 3 verschiedenen Arten. Vor seiner AGZ-Zuchtrichterausbil- dung war Jürgen auch 2 x Bundesgruppensieger und stellte 1 x den „Besten Großsittich“ in der Fortgeschrittenenstufe auf der Bundesschau. Ganz beachtliche Leistungen unseres Kollegen !!

Die Ehrungen blieben natürlich auch nicht aus:

Verein: Silberne und Goldene Ehrennadel

OKV:               Silberne und Goldene Ehrennadel

AZ-Hessen:     Silberne und Goldene Ehrennadel;

Verdienstnadel in Silber

Ehrenplakette

AZ:                  Treuenadel (20 Jahre Mitgliedschaft),

                        Silberne Ehrennadel

Der Verein des 1. Vorsitzenden Jürgen Puschmann ist der Verein Vogelfreunde Lollar und Umgebung e.V., mit Sitz in Lollar, der am 01.04.1956 von 6 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben wurde. Von diesen Gründern sind heute Heinz Alffen und Klaus Schmitt wieder im Verein tätig. Wie meistens, so auch damals in Lollar, züchteten die Gründungsmitglieder Kanarien in Gesang und Farbe.

Heute hat der rege Verein ca. 50 Mitglieder, die aber nicht alle aktiv tätig sind. Die größte Zuchtsparte bilden mit Abstand die Exoten, gefolgt von den anderen Sparten: Waldvögel, Großsittiche und Papageien sowie Farb- und Positurkanarien. Schauwellensittichzüchter hat der Verein keine mehr, was der Vorsitzende sehr bedauert.  Auch ist er von dem Rückgang bei den Kanarienzüchtern nicht begeistert. Heute gibt es nur noch ca. 3  Ausstellungszüchter, früher waren es bis zu 20 Züchter! Bei Vereinsschauen mussten 2 Zuchtrichter für die ca. 250 Kanarien bestellt werden.

 Die Mitglieder treffen sich jeden 2. Samstagabend im Monat.

Besprochen werden Themen wie: Zucht und evtl. Probleme, Organisation von Veranstaltungen, Tips für Anfänger, Info`s von Verbänden und Vereinen. Auch Film- und Diavorführungen finden statt.

Die Vogelfreunde Lollar richten fast jedes Jahr eine Vogelschau aus. Diese Schau, davon konnte ich mich bereits mehrmals bei einem Besuch persönlich überzeugen, ist eine der schönsten und bestorganisiertesten Schauen im gesamten Verbandsgebiet und sicher auch über die Grenzen dessen hinaus. Diese bunte Vielfalt an schönen Vögeln, sicherlich bedingt durch die Zuchtstrucktur des Vereins, ist sehenswert. Die große Mühe und besondere Liebe zum Detail ist ganz augenscheinlich. Diese Schau ist eine Augenweide nicht nur für Züchter, sondern für jeden Menschen der die schönen Dinge des Lebens noch mit dem Herzen „sehen“ kann!

Bekannt sind natürlich auch die 2 x im Jahr stattfindenden Oberhessischen Vogelbörsen, die ja, wie man weiß, sehr großen Anklang finden und sich zu festen Institutionen herausgebildet haben, und gewiß nicht nur im OKV-Verbandsgebiet,.

Meine Frage nach Beteiligung der Mitglieder an weiterführenden Schauen, beantwortet der 1. Vorsitzende so: „ Ja,- aber leider gibt es immer wenige die unseren Verein auf anderen Schauen vertreten. Die Schauerfolge bei der AZ-Landesschau und AZ-Bundesschau sind aber recht gut. Mehrere Bundessiege, Bundesgruppensiege, Landessiege, Landesgruppensiege etc., sind in den letzten Jahren bereits errungen worden. Die Aussteller in der Sparte Kanarien sind leider nicht mehr so aktiv und hier fehlt auch der Nachwuchs.“

Bei diesem Verein fehlt es natürlich auch nicht an „Lustbarkeiten“. Jedes Jahr im Juni findet eine 2-Tagesfahrt statt. Grillfeier im Juli; Wanderung im Mai oder September; Züchtertreffen bei einem Zuchtfreund und zum Jahresende eine Weihnachtsfeier.

Der Verein Lollar hat leider, wie viele Zuchtvereine  Nachwuchs-probleme. Es existiert zwar eine Jugendgruppe mit 5 Jungen und Mädchen, aber die Begeisterung hält sich in Grenzen. 

Jürgen Puschmann sagt: „Inwieweit diese Nachkommen von Vereinsmitgliedern einmal weiter züchten, bleibt abzuwarten. Früher hatten sich mehrere Mitglieder im Alter von Mitte 20 bis 40 Jahren dem Verein angeschlossen, aber nicht alle blieben dabei.  Auch sehen Viele das Ausstellungswesen nur als zweitrangig an.“

Ganz zum Schluß sagt Jürgen Puschmann noch, daß er 1995 seine Prüfung zum Zuchtrichter der Sparte Großsittiche/Papageien abgelegt habe und seit 1986 Gremiumsdelegierter der AGZ in der AZ-Landesgruppe Hessen ist.

Herzlichen Dank sage ich unserem Freund Jürgen Puschmann für seine spontane und ausführliche Auskunft auf meine Fragen. Ich denke, daß wir uns durch solche Darstellungen innerhalb der OKV-Familie immer näher kommen. Und ich bin sicher, wenn ich so in diverse Vereinigungen sehe, angefangen ganz oben bei den Regierenden mit ihren miesen Affären, bis hinab zu den Vereinen, daß es eine tolle Sache ist, wenn man den „Anderen“ transparent so vor sich sieht wie er wirklich ist,- ohne Beschönigungen. Und dass man sich Freunde nennen darf,- nicht nur weil man ein gemeinsames Hobby hat.

Die OKV-Familie freut sich einen solchen Verein in ihren Reihen zu haben,- einen Verein, der eine so große Vielfalt an Spitzenvögeln züchtet. Es wäre wirklich wünschenswert, daß die Mitglieder das „Ausstellungswesen nicht zweitrangig“ sähen, sondern ihre Klassevögel auch auf der LV-Schau des OKV einem großen Kreis von Liebhabern zugänglich machten. Wir würden uns alle sehr freuen!

 

Winfried H. Aderhold

Züchter-Portrait:

Walter B o h n e r

Vogelfreunde Wallau e.V.

Vereins-Nr. im OKV: 06

 Von Winfried H. Aderhold
 Walter Bohner wohnt im schönen Bad Laasphe-Hesselbach im Altkreis Wittgenstein, unmittelbar an der Grenze zu Hessen. Er wurde am 6. März 1968 in Biedenkopf geboren. Von Beruf ist er Werkzeugmacher und als exzellenter Vogelzüchter, Kenner unserer Materie und Preisrichter bekannt. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes und einer Tochter. Neben seinem Hobby, der Vogelzucht, spielt Walter auch noch Fußball und engagiert sich parteipolitisch.

Seit 1979 züchtet Walter Bohner Vögel. Kein Wunder, dass ihm dieses Hobby auf den Leib geschrieben steht, denn sein Vater, Wilfried Bohner, ist als Großsittich-Züchter weit bekannt und anerkannter Fachmann in dieser Disziplin. Es versteht sich von selbst, dass Kollege Wilfried Bohner ebenfalls aktives Mitglied der Vogelfreunde Wallau e.V. ist, der in seiner ruhigen, kameradschaftlichen Art, immer zur Stelle ist, sei es bei fachlichen Fra­gen, oder im Vereinsleben. Immer ist Wilfried ansprechbar. Das hat sich sicherlich und in jeder Weise auf seinen Sohn Walter übertragen, der den Wallauer Verein viele Jahre in vorbildlicher Weise und mit großem Engagement führte und immer für den Verein und seine Mitglieder da war und heute auch immer noch ist. Die Vogelfreunde Wallau schätzen sich glücklich, einen Kollegen mit sol­cher Sachkenntnis in Bezug auf die Vogelzucht zu haben. Seine ruhige Art im Umgang mit seinen Vereinskollegen, aber auch seine souveräne Art seine Meinung zu äußern, aber auch zu vertreten, imponieren. Er war  ein gutes Beispiel dafür, dass junge Leute, sofern sie die Qualifikation zur Menschenführung haben, in unserem Verband an die "Front" gehören. Es müssen nicht immer die "Grauköpfe" sein, die einen Verein leiten. Nur haben muss man solche jungen Leute, aber leider ist das Nachwuchsproblem eben die Crux, besonders bei Führungskräften.

An dieser Stelle darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass Walter Bohner seit vielen Jahren FPMC-Preisrichter ist. Darüber hinaus hat er aber auch als Preisrichter-Lehrer bereits 2 Jungpreisrichter ausgebildet.

Besonders erwähnenswert ist, dass Walter maßgeblich an der Gründung des „Border und Fife Club Deutschland“ (BFCD) beteiligt ist, zu dessen 2. Vorsitzenden er gewählt wurde. Der BFCD wurde am 16. November 2002 in der Fritz-Henkel-Halle in Biedenkopf-Wallau, während der Stadtmeisterschaft der Vogelfreunde Wallau e.V., aus der Taufe gehoben.

Walter Bohner züchtet sehr erfolgreich Border Fancy, und Glosterkanarien. Zum "Einsatz" kom­men bei Walter ca. 15 Hähne und 25 Hennen, - er züchtet also in Paar- und Wechselhecke. Er vermerkt in seinem Manuskript, das dies in Zukunft deutlich weniger sein sollen. Aber ich glaube das nicht, denn Walter will Schauerfolge erzielen, die er ja zur Genüge in der Vergangenheit hatte, und da­zu braucht man nun einmal eine größere Anzahl Vögel, damit man sortieren kann.

Bohner hat sich vor einiger Zeit ein herrliches, isoliertes Vo­gelhaus im Garten gebaut, welches in Holzbauweise erstellt wurde und ca. 30 qm groß ist. Wenn man diese schöne, bewundernswerte Anlage sieht, könnte man schon neidisch werden. Hier können sich die Vögel nur wohl fühlen und bestens gedeihen.

Er bestellt pro Jahr ca. 100 Ringe in Erwartung einer reichen Nachzucht, die sich dann auch einstellt. 20 Ringe bezieht sein Sohn Nils, - mit denen werden die Gloster beringt.

Natürlich, wie schon oben gesagt, ist sein Vater im Verein und steht ihm bei der Arbeit auch zur Seite. Walter sagt: "Die anderen leiden mit", womit er wohl den Rest der Familie meint. Be­sondere Stütze während des Familien-Urlaubes ist seine Mutter, die ihn mit großer Bereitschaft vertritt, - ein besonderer Glücksfall.

Auf meine Frage, wie er seine Vögel füttert, sagt mir Walter in seiner humorigen Art: "Mit den Händen, - blöde Frage". Trotzdem verrät er mir aber das Wesentliche: Prestige Premium von Versele Laga ist sein Körnerfutter. Außergewöhnlich und beachtenswert ist, dass er sein Aufzuchtfutter selbst herstellt. Seine Rezeptur ist folgende: 3 Scheiben Toastbrot, 1 Zwieback, eine halbe Möhre, sowie eine Knoblauchzehe kommen in den Mixer, das reicht für einmal füttern. Proteine werden als Konzentrat zugefügt, 1 Teelöffel Ewitt 90. Natürlich gehört auch Grün­zeug, wie Vogelmiere, Löwenzahn, Dotterlein und Gänsedistel zur Nahrung seiner Vögel. Bei einer solchen Ernährung hält er zusätzliche Vitamingaben für unnötig. Seine Vögel werden jährlich geimpft.

 Zum Thema Ausstellungen sagt Bonner, dass er im Jahr auf ca. 5-6 Schauen seine Vögel ausstellt. So zum Beispiel auf der 1 Tagesschau des Positurclubs Antwerpen, der AZ-Bundesschau, der Deutschen-Meisterschaft des DKB und einer offenen Schau in der Umgebung, und natürlich auf der Spezialschau des BFCD. Je nachdem wie seine Vögel in Kondition sind und es sich zeitlich vereinbaren lässt, kommen noch Verbandschau und die AZ Landeschau hinzu. Seine Erfolge sind entsprechend: 1994 Platz 2 auf der DKB-Meisterschaft in Ulm mit Border. 1996 Schauklassensieger (Deutscher Meister) auf der DKB-Meisterschaft in Coesfeld mit Schwarz-Rot-Mosaik Typ II. 1996 Landesgruppensieger auf der AZ-Landesschau Hessen, ebenfalls mit Schwarz-Rot-Mosaik.  1995-2005 15x Gold , 8x Silber und 5x Bronze auf der AZ Bundesschau.

2002 zweimal Deutscher Meister mit Border in Bad Salzuflen, 2004 DKB Schau Münster Deutscher Vizemeister, 2003 Bundessieger Positur II und Bundesgruppensieger  in Kassel. 2004 Beste Gesamtleistung auf der BFCD Schau und 3.Bester Border, 2005 Bundesgruppensieger und Landessieger Hessen. Hinzu kommen unzählige Erfolge auf den verschiedensten Schauen wie z.B. Schortens, gute Platzierungen in Antwerpen und und und.

Das sind natürlich beachtli­che Erfolge zu denen man nur herzlich gratulieren kann. Für seine Verdienste, über seinen Verein hinaus, also für unseren OKV, wurde Walter Bohner 1996 die silberne Ehrennadel von unserem Landesverband verliehen. Wir wünschen sehr, dass sich seine Erfolge in den nächsten Jah­ren fortsetzen.

 Ich wünsche meinem Freund Walter von Herzen alles Gute.

Winfried H. Aderhold

Züchter-Portrait:

Ursula L i n d n e r

1.Vorsitzende der Vogelfreunde Burg-Gräfenrode e.V. 

(Vereins-Nr. 13 im OKV)

 

Wer kennt u n s e r e Ursula nicht!

Trotzdem wage ich den Versuch sie den Lesern unserer OKV-Homepage vorzustellen.

Geboren wurde Ursula am 2. Mai 1948 im hessischen Ort Bruchenbrücken. Sie erlernte den Beruf der Bankangestellten, den sie von 1964 – 1972 ausübte, dann ein Baby bekam und drei Jahre aussetzte. Danach als Preiskontrolleur bei Toom arbeitete. Als Zeitmitarbeiter pro Kampagne bei der Zuckerfabrik Daten eingab und bis zur Schließung am letzten Tag zur Post wechselte. Aus gesundheitlichen Gründen  musste sie im November 1994 in den Vorruhestand gehen. Seit 1970 ist Ursula Lindner verheiratet. Sie hat eine Tochter.

Außer der Vogelzucht, die sie mit großer Kenntnis und Liebe betreibt, hat sie als Hobby noch Orchideen, Bonsai, Lesen, Walking „und meinen Hund“. Sie ist in ihrer Familie die Einzige, welche die Vogelzucht betreibt und auch das einzige Familienmitglied im Verein. Trotzdem versorgt ihre Tochter, aber auch ihre Vogelfreunde, die Tiere während ihres Urlaubs. Und Ursula hat schon sehr schöne Reisen gemacht. Von einer ihrer Reisen hat sie mir eine Karte aus dem fernen Australien geschickt und mir später auch sehr interessante Bilder davon gezeigt.

Ursula züchtet seit 1982 Vögel, und war damals Mitglied im Verein Friedberg. Erblich vorbelastet ist sie nicht, aber von ihrem Patenonkel erhielt sie den ersten Kanarienvogel, komplett mit Käfig. Ab da hatte es unsere Ursula „gepackt“. Nun begann die große Liebe zu den Gefiederten und sie wurde aktive Züchterin. „Angefangen hat es mit Kanarien schwarz/rot, dann gelb und deutschweiß.“ Als Zwischenstation sozusagen, begann sie danach eine „Liebhaberzucht“ Waldvögeln. Dann trennte sie sich von den Kanarien und züchtete Exoten. Heute hält und züchtet sie erfolgreich Großsittiche, - z. Zt. sechs Paare in Volieren auf dem Vereinsgelände und zu Hause. Sie erwähnt noch den Namen des Erbauers ihrer Volieren: W. Peppel. Pro Jahr zieht Ursula Lindner 5 – 9 Vögel groß. Im Zuchtjahr 2005 hat sie einen Jungvogel „auf die Stange“ gebracht. Einen Pennantsittich rote Art, welcher rot/blau zur Welt kommt.

Die Frage nach der Fütterung ihrer Tiere beantwortet sie so: „Früher Versele Laga-Kanarien, heute Großsittich-Super-Züchter, im Sommer die Nr. 60 mit wenig Sonnenblumen, im Winter Nr. 59 mit viel Sonnenblumenkerne.“ Als Aufzuchtfutter: „Früher Biotropic grün, heute, von Oli Hungenberg, SELECT classic extra.“ Eigene Futter-Zusammenstellungen hat sie nicht.

Grünfutter: „Ja natürlich, selbstgesucht in Wiesen und Feld. Alle Sorten Gräser, wilde Hühnerhirse, Vogelmiere, Löwenzahn, Melden und Gänsedistel, auch Äste von Weiden, Kirschen und Flieder.“ Dazu Karotten u. Äpfel. Meine Frage nach der Gabe von Vitaminen beantwortet Ursula mit: „Früher ja, heute bei den Großsittichen nicht.“  An Medikamenten verabreicht sie nur ein Entwurmungsmittel und Vitamin K.

Ursula Lindner besucht pro Jahr „höchstens“ 5 Schauen!! Dies sind die Vereinsschau, Landesschau, Bundesschau, OKV-Schau und die DKB-Deutsche Meisterschaft. Seit 1985 hat sie jede OKV-Verbandsschau besucht. (Wenn alle Züchter doch nur s o o  aktiv wären!)  Bei solchem Einsatz blieben natürlich auch die Erfolge nicht aus: „Beim OKV Gold-, Silber-, Bronze-Medaillen. Bester Australier, Bester Bandfink. Silber-Med. auf der DKB-Deutschen Meisterschaft (2. Platz), Bundesgruppensieger mit Exoten bei der AZ-Bundesschau, mehrere Gruppensieger bei den Waldvögeln. Erstausstellung mit Großsittich 1,0 Pennant 2002: Stadtmeister, Landes-Gruppensieger AZ-Landesschau, Klassensieger auf der 50. OKV-Verbandsschau, 3. Platz auf der Bundesschau und 5. auf der Deutschen. Hier fehlen nur noch: Verbandsmeister, Deutscher Meister, Bundessieger!“ Das schaffst Du auch noch, liebe Ursula!

Trauriger Kommentar unserer Ursula dazu: „Leider nicht mehr möglich, da ich aus gesundheitlichen Gründen mein Hobby schweren Herzens aufgegeben habe.“ Wirklich sehr schade bei einer so engagierten Vogelliebhaberin und Vogelzüchterin. Aber wie bei so manchen Kolleginnen und Kollegen, - die Gesundheit geht natürlich vor. Wichtig bleibt natürlich, dass sie uns auch weiter mit Rat und Tat zur Seite steht!

Die obige imposante Aufzählung der Aktivitäten und Erfolge einer begeisterten Vogelzüchterin, die ihr Handwerk ganz offensichtlich versteht, blieben natürlich nicht ohne Echo. Ehrungen konnten da selbstverständlich nicht ausbleiben, aber ich lasse lieber Ursula aufzählen:

„Verein Friedberg: Bronze- und Silber-Nadel des Vereins. Verein Karben: bronzene und silberne Vereinsnadel. OKV-Nadel in Silber und OKV-Nadel in Silber mit Goldkranz. AZ-Nadel in Bronze,  und 2003 die Verdienstnadel in Silber der AZ-Hessen für Ausstellungsleitung AZ-Landesschau. Verdienstnadel des W V P! Dieses Jahr Gold-Nadel von Vogelfreunde Burg-Gräfenrode, für 20 Jahre Mitgliedschaft. Es kommen die Ehrungen des Landrats und des Bürgermeisters der Stadt Karben hinzu.“

Das ist eine Menge an Ehrungen, die sicher erst einmal verdient werden müssen und Ursula bestimmt nicht in den Schoß gefallen sind!

Der Verein Vogelfreunde Burg-Gräfenrode e.V., dem sie als 1. Vorsitzende vorsteht, wurde am 13.06.1973 in der Gaststätte Barth in Burg-Gräfenrode von 15 AZ-Mitgliedern gegründet. Diese züchteten Wellensittiche, Kanarien und Exoten. Von diesen Gründungsmitgliedern leben heute noch: P. Barowski, W. Dürl, W. Medlin, E. Schmidt und W. Diener.

Heute hat dieser aktive Verein 40 Mitglieder und einen Jungzüchter. Die Mitglieder züchten Kanarien, Exoten, Waldvögel, Wellensittiche, Großsittiche und Wachteln.

Man trifft sich jeden 2. Samstag im Monat im eigenen Vereinsheim. Diese Versammlungen werden sehr informativ gestaltet, indem man Neuheiten aus DKB und AZ weitergibt. Auch Dia-Vorführungen und Vorträge über Vogelarten gehören dazu, sowie die Beantwortung der Fragen einzelner Züchter oder Neuanfänger. Außerdem gibt es auch noch einen „Sonntagsstammtisch“ im eigenen Vereinsheim. Zu diesem „Heim“ kann ich aus persönlicher Erfahrung noch einiges sagen. Der Name Vereinsheim, mit Betonung auf Heim, wird diesem wunderschönen Haus absolut nicht gerecht. Manche Gaststätte kann sich hier eine dicke Scheibe abschneiden. Alles in Eigeninitiative erbaut, steht es auf einem wunderschönen großen Gelände, auf welchem sich neben schönen Biotopen auch die verschiedenen Volieren der Mitglieder befinden. Wirklich bewundernswert was hier geschaffen wurde, mit viel Mühe und der berühmten Liebe zum Detail. Ursula Lindner legt Wert darauf, dass ich in dieser Vorstellung unbedingt erwähne, dass sie den gut geführten Verein, Vogelfreunde Burg-Gräfenrode e.V., aus den Händen des heutigen Ehrenvorsitzenden Willibald Medlin übernommen hat, der auch maßgeblich dafür verantwortlich gewesen sei, dass der Verein heute ein eigenes Vereinshaus besitzt. Originalton Ursula Lindner: „Ich bin stolz dieses Erbe weiterführen zu können. Dies geschieht mit Stolz und Freude an unserem Hobby.“

Gehen wir weiter in der Berichterstattung. Jedes Jahr führt der Verein seine Vereinsschau/Stadtmeisterschaft durch. Im Jahr 2004 sogar zum fünften Mal die AZ-Landesschau aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Vogelfreunde Burg-Gräfenrode. Durch die rege Beteiligung an vielen Schauen, und natürlich ihrem züchterischen Können, haben die Vogelfreunde in ihren Reihen auch Deutsche Meister, Verbandsmeister, Bundesgruppensieger, Gruppensieger und Landessieger.

Aber auch die Gemütlichkeit kommt neben dem züchterischen Stress nicht zu kurz. So wird auf dem eigenen Gelände ein Vatertagsfest und im eigenen Vereinshaus eine Weihnachtsfeier gefeiert. Der berühmte Sonntagsstammtisch wurde ja bereits erwähnt.

Nachwuchsprobleme habe man nicht, aber es gebe auch keinen massenhaften Zulauf, sondern leider nur vereinzelt Neumitglieder. Eine Jugendgruppe gebe es nicht, da zu wenige Jugendliche in ihren Reihen seien. Allerdings hätten zwei Jungzüchter bereits im Jahr 2002 ausgestellt. Im Jahre 2003 wurde erstmals der von der Chefin, Ursula Lindner, gestiftete Pokal „Vereinsmeister Jugend“ vergeben.

Aus eigener Sicht möchte ich abschließend noch sagen, dass eben diese Chefin und besonders liebenswerte Kollegin seit vielen, vielen Jahren ständig auf unseren OKV-Versammlungen anwesend war und somit ihr großes, ehrliches Interesse an der gemeinsamen Sache bekundete. Herzlichen Dank, liebe Ursula, auch dafür!

Dir und Deinem aktiven Verein wünsche ich alles Gute.

Winfried H. Aderhold

Züchter-Portrait:

Eberhard  H o f f m a n n

          vom

Vogelzuchtverein

Kirchhain und Umgebung

  Heute möchte ich Ihnen einen Kollegen vorstellen, dessen große Leidenschaft die Gesangskanarienzucht ist: Eberhard Hoffmann. Von Beruf Modellbauer, wurde am 22.06.1929 in Bad Laasphe-Oberndorf geboren. Er ist verheiratet mit seiner liebenswerten Frau Anneliese, die ihm zur Seite steht, - und sich aktiv an seinem Hobby beteiligt.

Relativ spät, erst 1986, kam Eberhard zu der Gesangskanarienzucht, der er sich aber dann um so intensiver verschrieben hat. Obwohl er, wie er sagt, erblich nicht vorbelastet ist, war schon immer die Tierhaltung, und hier ganz besonders die Geflügel- und Kleintierzucht, seine große Leidenschaft.

Dann kam er, wie gesagt, 1986 zur Vogelzucht. Er hat direkt mit der schönen und schwierigen Sparte Gesangskanarien begonnen und es ist ein Erlebnis ihm über die Schulter zu schauen, wenn er seine Lieblinge trainiert.

Eberhard setzt jährlich ca. 20 Vögel zur Zucht an, die er in einer separaten Vogelstube betreibt. Er züchtet überwiegend in  Einzelhecke ca. 100 Jungtiere im Jahr.

 Eberhard Hoffmann füttert seine Tiere nach klassischer Art mit Körnerfutter, Aufzuchtfutter (CeDe + Witte Molen). Im Sommer Vogelmiere, Salat und Löwenzahn. Vitamine setzt er während der Mauser und Zucht „gezielt“ ein. Medikamente kommen nur im Bedarfsfall zum Einsatz.

Erfolge blieben nicht aus, - besonders auf der 16. Hessenmeisterschaft für Gesangskanarien, die vom 17. bis 22. Dezember 2001 vom Vogelzuchtverein Kirchhain und Umgebung ausgerichtet wurde, erzielte seine Kollektion 356 Punkten und wurde Hessenmeister. Darüber hinaus wurde er auch Tourensieger in „Beste Hohlrolle“ mit 96 Punkten und stellte die „Beste Knorre“ mit 90 Punkten. Diese Hessenmeisterschaft für Gesangskanarien in Kirchhain wurde von 41 Ausstellern aus dem LV 04 Rhein/Main, LV 14 Rhein/Pfalz, LV 15 Kurhessen-Waldeck, LV 19 Rhein/Wied und unserem OKV LV 12 beschickt. Vereinshessenmeister wurde, mit den Züchtern Eberhard Hoffmann, Adolf Damm und Johannes Trier, der Vogelzuchtverein Kirchhain und Umgebung mit 1064 Punkten. Von den beteiligten Verbänden wurde unser OKV auch Verbands-Hessenmeister, mit den gleichen Kollegen und Punkten.

Über diese Schau können Sie in unserem Fachorgan „Der Vogelfreund“ Nr. 2/2002, Seite 28, nachlesen, wo Helmut Grünspek, damals noch Fachgruppenvorsitzender Gesang im Verein Kirchhain, heute 1. Vorsitzender des Vereins, einen ausführlichen und sehr informativen Artikel schreibt.

Jedes Jahr ist Eberhard, der auch heute noch im Verein Kirchhain „Zu Hause“ ist, auf OKV- und DKB-Schauen erfolgreich mit dabei.

 Die Gesangskanarienzucht, die älteste Art unserer Liebhaberei, ist eine wunderschöne Sache, die mich persönlich immer fasziniert hat. Zuchtfreund Helmut Grünspek spricht mir aus dem Herzen wenn er im Grußwort einer Prämierungsliste schreibt:

“In den Vereinen wird der Gesangssport immer weiter durch andere Fachgruppen, aber auch durch altersbedingte Zuchtaufgaben an den Rand gedrängt. Wir wissen alle wie schwierig es ist in unserer hochtechnisierten Gesellschaft Züchter zu finden die sich dem Gesangssport verschreiben, da die Erfolge durch vermeintlich „Alte Hasen“ verhindert sind. Es wird fälschlicherweise heute jedes Hobby mit dem größtmöglichen Erfolg in Verbindung gebracht und gar nicht das Erlebnis und die Entspannung gesucht. Wir Gesangszüchter sollten auch unseren jüngeren Kollegen die sich in der Vogelzucht einen Platz gesucht haben, die Aufgaben und Freuden eines Züchters so darstellen, dass ihnen bewusst wird, dass der Gesangssportdurchaus mit den Positur- und auch den Farbvögeln für gute Erfolge gleiche Ansprüche stellt. Es ist sicherlich die Annahme, dass der Gesangssport schwieriger ist, begründet darin, dass den meisten Züchtern von allen erfolgreichen Zuchten das wesentliche Wissen fehlt.

Es liegt an uns den jungen Kollegen den Gesangssport nahe zu bringen. Schwierig ist dies allemal, das weiß auch ich. Aber versuchen sollten wir es.“

Soweit Helmut Grünspek. Dem ist nur noch hinzuzufügen, was ja nun allgemein bekannt ist, dass die „Alten Hasen“ dieses herrlichen Gesangssportes kaum einmal bereit sind, ihr hermetisch verschlossenes Wissen an die jungen Kollegen oder Neuanfänger weiterzugeben. Schade. Vielleicht sollte man sich in der „Branche“ einmal ganz ernste Gedanken darüber machen, ob der Züchter-Rückgang in der Sparte vielleicht auch hier seine Gründe hat! Ebi Hoffmann jedenfalls ist immer zu kollegialer Hilfe und Auskünften bereit.

Winfried H. Aderhold

 

Züchter-Portrait:

Hans  P e t r i

aus Steffenberg-Obereisenhausen, Mitglied im Verein Vogelfreunde Wallau e.V.

Von Winfried H. Aderhold

 Soll ich ihn als „Jungzüchter“ bezeichnen? Er wird in diesem Jahr immerhin schon 63 Jahre, aber mit der Vogelzucht hat er erst 2003 begonnen. Dann aber auch richtig. Mit einer Energie, die man sich kaum vorstellen kann.

Hans Petri ist Rentner und bewohnt sein Eigenheim in Obereisenhausen, Kreis Marburg-Biedenkopf, gemeinsam mit seiner Frau. Neben der Vogelzucht liebt und hegt er Pflanzen und bastelt gern und gekonnt. In seinen Räumen konnte ich jede Menge Krippen bewundern. Nicht nur Weihnachtskrippen, sondern auch „Nachbauten“ wunderschöner Häuser, die er mit viel Liebe zum Detail akribisch genau erstellt hat. Ich hatte so etwas in der Menge und so detailgetreu noch nie zuvor gesehen. Außerdem ist Hans ein großer Sammler von den verschiedensten Porzellangegenständen edelster Art. Das alles hat mir sehr imponiert.

Und mit der Leidenschaft und Gewissenhaftigkeit wie er diesen Hobbys nachgeht, so betreibt er auch die Kanarienzucht. 

Erblich vorbelastet in Bezug auf die Vogelzucht ist Hans Petri nicht. Aber er selbst hat in seinem neuen Hobby seine Befriedigung gefunden. Es ist tief beeindruckend, wenn man durch seine absolut sauberen und selbst gebauten Anlagen geht. Eine große Außenvoliere in seinem Garten, vor der man in bequemen Stühlen sitzen kann, gestattet einen wunderschönen Blick auf seine Kanarien. Im Hause selbst hat er auch noch Innenvolieren. Ganz vergessen habe ich zu erwähnen, dass Hans ausschließlich Gelb-Mosaiken züchtet. In seinen Innenräumen, und er hat mehrere davon, betreibt er seine Zucht in modernen Boxen, absolut sauber, ja ich möchte fast sagen steril. Hans setzt 26 Paare zur Zucht an und hat im vergangenen Jahr ca. 150 Jungvögel gezogen. Er züchtet n u r in Paarhecke!

Seine Futterzusammensetzung gleicht der Analyse aus einem wissenschaftlichen Labor!

Ich werde nachfolgend versuchen diese mit den Worten von Hans Petri weiter zu geben:

 „Eingesetzt habe ich 25 Zuchtpaare, auf welche sich auch mein Futterplan aufbaut. Alle Vögel wurden gekauft, wovon 3 Paare keine Nachzucht brachten. Zuchterfolg 149 Vögel, wovon 3 Vögel in der Aufzucht gestorben sind.

 Mein Futterplan:

Beim Zusammensetzen der Zuchttiere füttere ich „HUNGENBERG“ Eifutter (Select Heiler) trocken. Acht Tage bevor die ersten Jungen kommen, stelle ich meinen Eifutterplan um:

4 x am Tag

            150 gr. Heiler

                2 Messl. Blütenpollen

                3 Tl. Mohn

            150 gr. Keimfutter (Zichoriensamen)

              50 gr. Quineasaat

                3 Essl. flüssigen Honig von „DE IMME“

Zwei mal in der Woche gebe ich in das Eifutter 2 dicke Zehen fein gehackten, aber n i c h t durchgepressten, Knoblauch. Dazu 3 Essl. Lebertran  (dafür lasse ich aber den Honig weg) und einen Essl. Mariendistelsamen (Speisequalität) der in der Kaffeemühle gemahlen wurde.

Als Körnerfutter bekommen meine Vögel das ganze Jahr VERSELE-LAGA-SHOW und gebrochene Haferkörner.

Dieser Futterplan bleibt bis zum Absetzen der Jungvögel in die Voliere. Dann gebe ich nur noch 2 x am Tag dieses Eifutter bis nach der Mauser. Nach der Mauser, bis zum Einsetzen der Zuchttiere, nur noch Eifutter HUNGENBERG Select-Heiler trocken.

 Mein Keimfutter:

  1. Zichoriensamen setze ich im Kunststoffsieb mit heißem Wasser 3 Std. an. In diesen 3 Std. wasche ich es so lange aus, bis das Wasser klar ist. Danach bleibt die Keimsaat noch eine halbe Stunde im kalten Wasser stehen, schütte dieses danach ab und lasse die Saat 24 Std. im Topf auf der Fensterbank stehen. Diesen Topf decke ich mit einer Glasscheibe ab, welche ich, sobald sie beschlagen ist, abwasche, damit sich kein Schimmelpilz bilden kann.
  2. Quinoasaat setze ich im Kunststoffsieb 1 Std. im heißen Wasser an, spüle es zwischendurch mit ebenfalls heißem Wasser ab. Anschließen spüle ich es so lange mit kaltem Wasser, bis es kalt ist. Das Sieb mit diesem Keimfutter decke ich auch mit einer Glasscheibe ab. Dieses Futter fängt bereits nach 6 Std. an zu keimen.

Mein Trinkwasser:

gebe ich jeden Tag 2 x frisch. 4 – 5 x im Jahr gebe ich 3 Tage hintereinander abwechselnd Kräutertee oder Weidenrindentee. 2 x in der Woche bekommen meine Vögel Traubenzucker ( 1 Essl. auf 1 Ltr. Wasser) ins Trinkwasser.“

 Soweit die Ausführungen von Hans zu seinem Futterplan!

Sie sehen, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass Hans Petri es sehr ernst nimmt und sich große Mühe um seine Mosaiken macht. Bei diesem Aufwand ist es selbstredend, dass Hans seine liebe Frau, die sich allerdings auch am Hobby beteiligt, allein in den Urlaub fahren lässt, denn dafür hat er selbst keine Zeit.

Abschließend möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Hans, bevor er Rentner wurde, ein eigenes, sehr anspruchsvolles Restaurant betrieb. Und wie er damals seine Gäste bewirtete, so gibt er auch heute seinen Vögeln nur das Beste, wie Sie das der obigen „Speisenkarte“ entnehmen können.

Züchter-Portrait:

Alexander  B o r n

1.Vors. der Vogelfreunde Wallau e.V.        Nr. 06 im DKB

 

Ja, Alex ist sicher der jüngste Vereins-Vorsitzender in unserem Landesverband! Und gewiss auch einer der jüngsten FP-Kanarien-Preisrichter im DKB. Er bestand die Prüfung in Manching/Bayern am 29. November 2002.

Alexander wurde am 6. Juni 1981 in Kreuztal geboren und arbeitet als Konstrukteur im Stahlbau. Er ist ledig, also „noch zu haben“, obwohl er in festen Händen ist. Er sagt, als Single dürfe er sich nicht bezeichnen, da er sonst Ärger mit seiner „einzig wahren Freundin Anna-Lena“ bekomme. Trotz seiner Jugend also bereits sehr bedacht darauf, die holde Weiblichkeit nicht zu verärgern.

Außer seiner Freundin hat er noch Hobbys: er spielt Tischtennis und fährt Inliner.

In seiner Familie war die Haltung von „Gefiederten“ normal. Sein Vater hielt Brieftauben. Einer seiner jüngeren Brüder züchtete Sittiche, widmet sich aber zurzeit anderen Hobbys.

Alex befasst sich intensiv mit der Vogelzucht seit etwa 1995. Natürlich hat er seit dieser Zeit verschiedene Arten gehalten. Nun aber hat er sich spezialisiert auf Fife und, „so nebenher“, wie er sagt, auch noch Nordholländer. Zur Zucht setzt er ca. 20 – 30 Vögel ein, - am liebsten in Paarhecke. Er ist räumlich sehr eingeengt und hat ein kleines Vogelhaus von 4 qm Größe hinter der Garage,. Trotz dieser Enge zieht Alex hier im Jahr 20 – 30 Vögel groß.

 Zur Fütterung gibt er an: Körnerfutter BAYERS, Aufzuchtfutter ORLUX und CEDES. Die Herstellung/Mischung eines eigenen Körnerfutters bezeichnet er als zu aufwändig. Natürlich füttert er „Grünzeug“ wie Vogelmiere, Löwenzahn und Salat. Durch diese natürlichen Produkte verzichtet er auf eine zusätzliche Vitamingabe. Auch Medikamente verabreicht er seinen Vögeln nicht. Die Frage, ob er gegen Pocken impft, beantwortet er mit j e i n.

 Alex ist ein erfolgreicher Vogelzüchter, der sein Hobby sehr intensiv und sehr engagiert betreibt. Da bleiben die Erfolge natürlich nicht aus. Per Jahr besucht er etwa vier Ausstellungen: Championat Schortens, offene Vereinsschauen,  OKV-Landesverbandsschau  und  die

Deutsche Meisterschaft des DKB. Erfolge: Championat

 Schortens im Jahre 2003: bester Melanin Fife, Championat 2004: Bester Fife von 250 ausgestellten Tieren, 53. Deutsche Meisterschaft des DKB: Schauklassensieger Fife Einzel. COM-Weltmeisterschaft 2005: keine ersten Preise, aber immerhin, trotz starker Konkurrenz, erreichte ein Stamm Fife beachtliche 266 Punkte.

Sein Verein, „Vogelfreunde Wallau e.V.“, wurde im März 1975 von 13 interessierten Vogelzüchter gegründet, von denen heute noch folgende unter uns sind: Dieter Schmid, Günter Gröger, Günter Donges, Winfried Aderhold, Georg Schwarz, Gerd Burk und Werner Schneider. Die Gründer züchteten Farbkanarien und Sittiche.

Heute hat der Verein 47 Mitglieder und Alex hat auch das Durchschnittsalter errechnet: 48 Jahre.

Die Vogelfreunde züchten heute: Farbkanarien ( Gelb Mosaik, Achat Gelb Mosaik und andere Farbschläge), Positurkanarien (Fife, Border, Gloster, Nordholländer, Japan Hoso und andere Rassen), Cardueliden, Sittiche und Exoten.

Man trifft sich jeden ersten Freitag im Monat um 19.30 Uhr in der Gaststätte Germania in Wallau. Die Themen an diesem Abend sind recht vielseitig, drehen sich aber alle um unser schönes Hobby, die Vogelzucht und das Ausstellungswesen.

Alle zwei Jahre veranstalten die Wallauer Vogelfreunde eine offene Stadtmeisterschaft, so auch in diesem Jahr wieder. Diese Vogelsschau ist in Wallau zu einer festen Institution geworden und wird von der Bevölkerung im weiten Umkreis gut angenommen.

Natürlich beteiligen sich die Mitglieder mit Erfolg auch an weiterführenden Schauen.

Das Vergnügen kommt bei den Wallauern auch nicht zu kurz. Jedes Jahr veranstalten sie ein wunderschönes und harmonisches Grillfest. Alexander stellt zu diesem Punkt noch fest: „Die Harmonie und Freundschaft untereinander hat in unserem Verein einen besonders hohen Stellenwert, was das Vereinsleben sehr positiv beeinflusst.“

Leider hat auch der Wallauer Verein, mangels jugendlichem Nachwuchs, keine Jugendgruppe.

 Wir danken Alexander Born für das Interview und wünschen dem jungen sympathischen Vorsitzenden und seinem Verein alles Gute.

W. H. A.

(Dieser Bericht erschien im Mitteilungsblatt Nr. 37-05)

 Fife

...es handelt sich um eine kleine, glattbefiederte Kanarienrasse, die in Schottland erzüchtet wurde. Die Hauptmerkmale sind die geringe Größe und die Körperform. Der Fife ist in allen klassischen Kanarienfarben, einschließlich der Schecken, außer in rot, zugelassen, jedoch nur klassische Melaninvögel.

 

Züchter-Portrait:

Alfred  S c h i l d e r

2. Vors. des OKV,  1. Vors. der Vogelfreunde „79“ Wetzlar e.V.

 Eigentlich müsste es heißen: Alfred Schilder stellt sich selbst vor! Ich habe den Vorstellungstext komplett ohne Änderungen übernommen.

Also los geht’s!

 I. Persönliches

Alfred Schilder,  27.11.1965/Wetzlar/Deutschland

Diplom-Oecotrophologe, Ledig

Mein Vater ist noch mit Leib und Seele an unserer Vogelzucht beteiligt und Vereinsmitglied.

Im Urlaub versorgt mein Vater die Vögel.

II. Zucht

In unserer Familie hat mein Bruder 1971 mit der Vogelzucht angefangen und 1973 wurde das erste Mal im Verein Wißmar ausgestellt. Seit dieser Zeit, also als kleiner Junge, bin ich mit dem schönen Hobby der Vogelzucht vertraut. 1976 habe ich das erste Mal auf meinen eigenen Namen ausgestellt. In unserer Familie züchten wir AGI, Pariser Trompeter, Münchener und Mehringer.

Wer uns kennt weiß, dass wir jedes Jahr gute Zuchtergebnisse erzielen und dass wir in allen Rassen gut dabei sind. Stückzahlen sind glaube ich nicht so wichtig. Ausschlaggebend ist letztendlich die Qualität!

Am liebsten züchten wir Paarweise weil gerade für große Positurrassen es wichtig ist, dass die Jungtiere so lange wie möglich gefüttert werden.

Unsere Vogelzucht spielt sich am Dachboden ab, das ganze Dachgeschoss ist dafür ausgebaut und in drei Räume aufgeteilt, so dass man auch unterschiedliche Licht und Temperaturmöglichkeiten schaffen kann.

III. Fütterung

In unserer Vogelzucht verwenden wir eine Körnermischung aus einer kleinen Mühle aus Holland als Basisfutter, welches je nach Saison noch mit Einzelsaaten angereichert wird. Das Aufzuchtfutter wird von uns selbst hergestellt, die Zusammensetzung hat mein Vater über Jahre ausgeklügelt.

Da in unserer Zucht das Grünfutter ein wichtiger Bestandteil ist, fangen wir immer sehr spät, also Ende April, erst mit der Vogelzucht an. In der Zucht füttern wir als Grünfutter alles was die Saison hergibt. Außerdem bauen wir noch einen Acker mit halbreifen Sämereien an, z.B. Dotterlein, Silberhirse, Kolbenhirse, Amarant, Sudentenblumen, Sonnenblumen u.s.w.

In der Vogelzucht benutze ich auch Vitamine, welche aber nach Saison unterschiedlich aussehen. Über das ganze Jahr gebe ich einen Vit. B-Komplex im Aufzuchtfutter

Medikamente bekommen die Vögel wenn sie krank sind und welche hängt von der Krankheit ab. Unsere Vögel werden auch jedes Jahr gegen Pocken geimpft.

IV. Ausstellungen

Wir besuchen 3-6 Ausstellungen im Jahr!

Traditionell beginnen wir mit unserer Vereinsschau, dann die Verbandsschau und natürlich auch die DKB Meisterschaft. Außerdem kommen noch die Spezialausstellungen der Frisefreunde, ist als Vorsitzender natürlich ein muss, und je nach Zeit auch die der Gebogenen Figurenkanarien.

Als Abschluss der Saison kommt je nach Qualität der Vögel die Weltmeisterschaft an die Reihe.

V. Verein

Vogelfreunde "79" Wetzlar e.V.

Wurde im April 1979 gegründet und ist in den 25 Jahren zu einer festen Größe im OKV geworden.

9 Züchter gründeten den Verein und 4 der im Verein gebliebenen Gründungsmitglieder züchten noch: Herbert Böser / Oberbiel, Helmut Fink / Wetzlar, Herbert Schilder / Wetzlar, Alfred Schilder / Wetzlar.

In der Gründerzeit wurden im Verein Kanarien, vor allem Farbenkanarien, gezüchtet. Außerdem wurden auch Positurkanarien und Waldvögel gezüchtet. Der Renner waren damals rote Farbenkanarien.

Heute hat der Verein um die 40 Mitglieder. Das Spektrum hat sich in unserem Verein deutlich erweitert, es werden auch Sittiche und Exotische Vögel gezüchtet. Am stärksten sind jetzt die Positurkanarien.

Unsere Versammlung findet einmal im Monat, am ersten Freitag, im Gasthaus zum Lahntal in Solms Oberbiel bei Wetzlar statt.

In unseren Versammlungen werden aktuelle Themen aus unserem Hobby besprochen und natürlich liegt der Schwerpunkt auf dem Tagesgeschäft wie z.B. Zucht, Mauser, Ausstellungswesen und alles was damit zu tun hat.

Unsere Vereinsausstellung findet jährlich statt. Außerdem hat unser Verein 2 mal die OKV-Schau durchgeführt sowie die Spezialschau für Gebogene Kanarien. Höhepunkt des diesjährigen 25.Vereinsjubiläums ist die OKV-Schau und damit verbunden die Spezialschau für Raza.

Über die Erfolge der Vogelfreunde"79"Wetzlar werde ich mich hier nicht auslassen, denn bei den vielen Titeln auf OKV, DKB Ebene sowie Spezialschauen und Weltmeisterschaften wäre die Liste ziemlich lang. Ich bin mir aber sicher, dass die Züchter der Vogelfreunde "79" Wetzlar auch über die Grenzen des OKV" s bestens

bekannt sind.

Außer unseren Monatsversammlungen führen wir einen Wandertag, ein Vereinsgrillen in den Sommermonaten, Züchtertreffen, sowie eine Weihnachtsfeier durch.

Wie in allen Vereinen haben auch wir mit den Jugendlichen Probleme sind aber für alle neuen Mitglieder offen.

 

Züchter-Portrait:

Alfred  M o r i t z

LV-Kassierer seit 2002

 

Ja das ist er, unser neuer Verbandskassierer!

 Eigentlich ist er gar nicht so „neu“ im Vorstand. Erstens ist er bereits seit 2002 im OKV-Vorstand als Kassierer und zweitens war er schon einige Jahre im alten Vorstand als stellvertretender Kassierer tätig. Ein „Alter Hase“ also!

Nur vorgestellt hat er sich in unserem „Mitteilungsblatt“ noch nicht, - aus Zeitmangel, sagt er.

 Alfred Moritz ist am 21. Oktober 1951 in Ober-Mörlen geboren. Von Beruf ist er Bankangestellter, welches ihn, und viele seiner Leidensgenossen auch, natürlich für den Posten des Kassierers prädestiniert.

Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Neben der Vogelhaltung und Vogelzucht geht er gerne Kegeln.

Seine Frau und seine beiden Töchter beteiligen sich ebenfalls an seinem Hobby Vogelzucht, und die Töchter versorgen natürlich die Vögel auch dann, wenn die Eltern im Urlaub sind. Glückliche Vogelzüchter, kann man da nur sagen, denn das Problem der Urlaubsversorgung wird doch häufig als nicht gelöst angesprochen. Da hat unser Alfred richtig Glück, - und seine Vögel natürlich auch.

Vögel züchtet Zfr. Moritz schon seit 1980 und zwar Glanzsittiche, Gouldsamadinen und Spitzschwanzamadinen.  Die Exoten sind im Keller in einer Vogelstube und die Sittiche in einem Vogelhaus im Garten untergebracht.

Zur Zucht kommen vier Sittichpaare und ca. sieben Exotenpaare, und zwar in Paarhecke. Per Jahr zieht Kollege Moritz ca. 14 Sittiche und ca. 20 Exoten.

Sein Futter ist von der Firma VERSELE-LAGA: für Exoten, als auch für Australische Prachtfinken sowie Neophemafutter. Von der Firma QUIKO bekommt er das Aufzuchtfutter. Natürlich kommt auch bei ihm Grünzeug zum Einsatz: Salat, Gurken und im Sommer die berühmte Vogelmiere.

Von der Firma VP-Produkte benutzt er das Präparat VETREPLEX. Medikamente verabreicht er seinen Tieren nicht und impft sie auch nicht gegen Pocken.

Soviel zur Vogelhaltung.

Unser Verbandskassierer ist in zwei Vereinen tätig, einmal im 1. Kanarien Zucht- und Vogelschutzverein Friedberg und Umgebung, hier als Kassierer und 2. im Verein für Vogelfreunde Ober-Mörlen als Schriftführer und Ausstellungsleiter.

 Selbst besucht Moritz nur die Vereinsschau. Weitere Schauen zu besuchen sei ihm aus Zeitgründen nicht möglich. Trotzdem wurde er hier schon Vereinsmeister und Schauklassensieger.

Für seine Arbeit, im Interesse des DKB, erhielt Alfred Moritz im vergangenen Jahr die DKB-Silbernadel.

Vielen Dank lieber Alfred dafür, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Wir alle wünschen Dir für Deine Arbeit im Interesse unseres OKV alles Gute.

Winfried H. Aderhold

 (Dieser Bericht erschien in unserem

 „Mitteilungsblatt“ Nr. 35/2004)

 

 

Züchter-Portrait:

Horst  H e i m

1.Vorsitzender desKanarienzucht- und Vogelschutzverein 1899 Heuchelheim-Gießen

Nr. 07 im OKV

 

Wer kennt ihn nicht....

unseren Kollegen und Preisrichter Horst Heim, bekannt in ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus als profunder Kenner der Vogelzucht.

Geboren ist er am 07. Oktober 1944 in Watzenborn-Steinberg. Er ist selbständiger Stahl- und Metallbauer und wohnt mit seiner Familie in Pohlheim. Außer der Vogelzucht liebt er das „Waidmannsleben und die Jagd“. Bei seinen Hobbys ist er nicht der Einzige in der Familie. Sein Sohn Tobias, uns OKV-lern ebenfalls gut bekannt, unterstützt ihn. Auch wenn Horst in Urlaub fährt, sind seine Vögel bestens von seinen „Nachkommen“, wie er sagt, und seinem Nachbarn, bestens versorgt.

 Horst Heim züchtet Vögel seit 1951. Begonnen hat er mit einem Wellensittichpaar. Ab 1954 wechselte er zu einem Paar Zebrafinken, welche er 1955 gegen Kanarien eintauschte. Ob in seiner Ahnenreihe ebenfalls Vogelzüchter waren, ist ihm nicht bekannt. Horst züchtete Exoten und Kanarienvögel – Farb-, Positur- und Gesangskanarien. An Positurkanarien hat er bis auf 5 Rassen alle Arten gezüchtet. Die Farbkanarienpalette reicht über alle Klassen und Gruppen bis zu Phaeo, Satinet und Grauflügel.

Seit einigen Jahren hat er sich der Gesangskanarienzucht verschrieben und züchtet per Jahr ca. 100 – 120 Vögel. Jährlich arbeitet er, „je nach Bedarf und Verträglichkeit“ wie er sagt, mit 30 Paaren, die er in einem Zuchtraum und einer Freivoliere hält.

 Nach der Fütterung seiner Tiere befragt, sagt Horst, dass er Mischfutter von Teuerlings, und als Aufzuchtfutter CeDe und Quiko-Spezial, je zur Hälfte, füttert. Aus Zeitmangel stelle er keine eigene Körnermischung zusammen. Seine Vögel bekommen an Grünfutter „alles was sauber und gesund ist“. Dagegen kommen Vitamine nicht zum Einsatz, ebenso keine Medikamente. Bei Unpässlichkeiten verabreicht er abgekochtes Reiswasser und Kamillentee. Allerdings impft er seine Vögel gegen Pocken.

 Im Jahr besucht Heim 3 – 4 Ausstellungen, - er sagt, „je nachdem wie es meine Zeit erlaubt.“ In der Regel geht er aber mit seinen Vögeln zur Vereins-, Verbands-, DKB- und Hessenmeisterschaft.

 Die Frage nach seinen Schauerfolgen beantwortet Horst so: „Es sind zu viele, um diese hier alle aufzuzählen. Es sind alle Titel vorhanden vom Vereinsmeister, Schauklassen- und Gruppensieger im OKV, sowie Deutscher-Meister-Titel im DKB.“

Bei seinen Erfolgen, aber vor allem auch bei seinen Bemühungen um Verein, OKV, (Horst Heim war viele Jahre FPMC-Obmann im OKV), DKB und COM, blieben natürlich die berechtigten Ehrungen nicht aus. Er sagt: „Habe von allen Organisationen alle Ehrungen, Verein, Verband, Preisrichter-Gruppe und DKB.“

 Sein Verein ist der „Kanarienzucht- und Vogelschutzverein 1899 Heuchelheim-Gießen“. Die Anzahl der Gründungsmitglieder, die schon damals Gesangskanarien zogen, sind nicht bekannt, aber es leben von diesen keine mehr, - wäre ja auch ein Wunder! Der 106 Jahre alte Verein hat zurzeit 8 Mitglieder, „lt. Unterlagen, die sich in meinem Besitz befinden.“ Auch heute ist man der Tradition treu geblieben und züchtet Gesangskanarien.

Die Fragen nach dem Vereinsleben, Versammlungen usw. die ich Horst stellte, beantwortet er so: „Unter dem Vorsitz von Volker Heinz fanden so gut wie keine Versammlungen statt. Seit 1999 wurden keine Kassenabrechnungen und Kassenprüfungen durchgeführt. Ab 2002 gab es auch keine Siegerehrungen.“ Bei den heute wieder durchgeführten Versammlungen stehen der Erfahrungsaustausch und die Lehre des Vogelliedes im Vordergrund. Ebenso kommen die Ausstellungen nicht zu kurz. Der Verein führt jedes Jahr eine Tischprämiierung für Gesangskanarien durch. Auch auf weiterführenden Schauen ist man präsent, - je nach den Ergebnissen der Vereinsprämiierung. Gemütliche Vereins-Zusammenkünfte gibt es bis jetzt noch nicht, soll aber unter dem neuen Vorstand „in die Tat umgesetzt werden.“

Eine Jugendgruppe gibt es im Heuchelheimer Verein auch noch nicht. Nachwuchs- probleme sind auch hier vorhanden, „wie es auch in anderen Gruppierungen der Fall ist“ – sagt Horst.

 Abschließend möchte ich noch ein persönliches Wort zu Horst Heim sagen. Er war mir über sehr viele Jahre die er in meinem OKV-Vorstand als FPMC-Obmann tätig war, nicht nur ein hochqualifizierter Fachmann, sondern in seiner korrekten und offenen Art auch in anderen wichtigen Angelegenheiten ein guter Berater. Darum möchte ich ihm an dieser Stelle danke sagen!

 In seiner neuen Position als erster Vorsitzender seines Vereins wünsche ich ihm, seinem Vorstand und seinen Mitgliedern, alles Gute und eine erfolgreiche und friedliche Vereinsarbeit zum Wohle unseres wunderschönen Hobbys.

 Winfried H. Aderhold

 (Dieser Bericht erschien in unserem „Mitteilungsblatt“ Nr. 38/2005)

 

Züchter-Portrait:

Gerhard  W e n z e l

 

l. Vorsitzender

des Vogelzuchtverein Pohlheim + Umgebung

Verein Nr. 15 im OKV

 

Heute möchte ich Ihnen einen aktiven OKV-Kollegen vorstellen der uns OKV-lern bestens bekannt ist, unseren Freund Gerhard Wenzel, 1. Vorsitzender des Vogelzuchtverein Pohlheim und Umgebung. Allen OKV-Freunden ist er auch dadurch bekannt, weil einige Landesverbandsschauen in Pohlheim ausgerichtet wurden.

Geboren wurde er am 14. Juni 1946 in Pohlheim-Holzheim. Sein Beruf ist Versicherungs-Angestellter. Gerhard ist verheiratet und hat zwei Kinder. Neben der Vogelzucht ist Musik sein zweites Hobby. Soweit die Vorstellung zur Person.

Vögel züchtet Kollege Wenzel seit 1983. Obwohl erblich nicht vorbelastet, begann seine Liebe zu der Zucht von Tieren mit Tauben und Hasen. Heute züchtet er, als erfahrener und erfolgreicher Züchter, Kanarien in Gold-Isabell, Silber-Achat-Opal sowie Gimpel, Birkenhänfling, Erlenzeisig, Stieglitz und Maskengimpel. Gerhard bevorzugt die Paarhecke, wie so viele andere Kollegen auch. In diesem Jahr hat er 15 Paare zur Zucht angesetzt von denen er sich ca. 20 – 30 Jungtiere erhofft. Seine Vogelzucht/Haltung betreibt er in einer Vogelstube und einer Voliere.

Auf meine Frage, ob und wer sich aus seiner Familie noch am Hobby beteiligt, antwortet mir Gerhard:

„Meine Frau füttert tagsüber meine Vögel.“ Knappe Worte für eine große Entlastung des Züchters, was Gerhard aber gewiss sehr zu schätzen weiß. An dieser Stelle möchte ich als Zuchtkollege von Gerhard, seiner Frau sehr herzlich danken! Während des Familienurlaubes versorgen seine Kinder die Vögel, - heute auch keine Selbstverständlichkeit mehr.

Über die Fütterung seiner Vogelschar äußert sich Gerhard Wenzel so: Gimpelfutter, Zeisig-Stieglitz-Futter. (Fa. Blattner) Kanarien-Weltmeistermischung. Er verfüttert  Aufzuchtfutter von den Firmen CeDe und Quiko. Eigenes Aufzuchtfutter stellt er nicht her. Wie so viele verantwortungsbewusste Züchter füttert er natürlich „Alles Grünfutter, je nach Jahreszeit.“ Selbstverständlich für ihn ist auch die Gabe von Keimfutter. Vitamine werden einmal pro Woche verabreicht, - Medikamente dagegen nur im wirklichen Bedarfsfall. Gegen Pocken impft er allerdings nicht.

Zum Thema Ausstellungen sagt Kollege Wenzel, dass er im Jahr zwei Ausstellungen besucht, nämlich die Vereinsschau und die OKV-Landesverbands-Schau, - dies mit unterschiedlichen Erfolgen.

Sein Verein, dem er vorsteht, der Vogelzuchtverein Pohlheim und Umgebung, mit dem Sitz in Pohlheim, wurde im Jahre 1975 gegründet. Es waren damals 15 Zuchtfreunde, die sich zusammen setzten und den Verein ins Leben riefen. Von diesen Gründungsmitgliedern sind heute noch da: Wilfried Häuser, Horst Heim, Tobias Heim, Roswitha Rohe, Helmut Schmitt, Rudolf Scholz, Wilhelm Viehmann.

Die Gründer züchteten damals Farb- und Positurkanarien, sowie Mischlinge und Waldvögel.

Heute hat der Verein 27 Mitglieder, - davon 16 Ringbezieher, welche Waldvögel und Mischlinge ziehen.

Die Kanariensparte ist stark vertreten in den Spielarten: Scotsch Fancy, Schwarz-Gelb, Rot, Braun-Weiß, Braun-Gelb, Schwarz-Weiß und Gelb-Weiß.

 Natürlich beteiligen sich die Vereinskollegen auch an weiterführenden Schauen, so erfolgreich, dass auch Deutsche Meister in ihren Reihen zu finden sind: Theo Braun mit Silber-Achat-Opal im Jahre 1987 und Helmut Crombach mit Weiß-Achat-Dominant 1997.

Selbstverständlich beteiligen sich die Mitglieder natürlich auch an OKV-Schauen mit Erfolg. Auch hier konnten einige Kollegen als Gruppensieger und Verbandsmeister den Sieg mit nach Hause nehmen.

Darüber hinaus wird natürlich jedes Jahr eine Vereinsschau veranstaltet, die im November stattfindet.

Die Mitglieder dieses rührigen OKV-Vereins treffen sich jeden letzten Mittwoch im Monat im Gasthaus „Zur Krone“ in Pohlheim-Watzenborn-Steinberg. Die Themen bei diesen Treffen sind allgemeine Probleme in der Vogelzucht, Neuigkeiten und Beschlüsse des OKV und des DKB, sowie Informationen über die Vererbung der Vögel.

Zu kurz kommt aber auch das gemütliche Beisammensein nicht. In jedem Jahr findet ein Grillfest und eine Jahresabschlussfeier statt.

Wir sehen also, dass sich unter der Regie des 1. Vorsitzenden Gerhard Wenzel, sehr aktive Kollegen zusammen gefunden haben, welche sich nicht nur an der Vogelzucht erfreuen, sondern auch erfolgreich auf Ausstellungen sind.

Euch allen wünsche ich weiterhin viel Spaß an unserem wunderschönen Hobby, der Vogelzucht.

Dem 1. Vorsitzenden, Gerhard Wenzel, danke ich ganz herzlich für das Interview.

 Winfried H. Aderhold

 (Dieser Bericht erschien im „Mitteilungsblatt“ Sept. 2001)

Ein Papageienzüchter mit „Leib und Seele“:

K l a u s  W a g n e r  

vom Verein Nr.22 Wasenberg

Text von Winfried H. Aderhold

 

Ich kenne Klaus Wagner seit vielen Jahren. Ein liebenswürdiger, humorvoller und absolut zuverlässiger Zuchtfreund, der sich ganz und gar der Papageienzucht verschrieben hat. Ich besuchte ihn vor einem Monat in seinem Wohnort 35279 Neustadt-Mengsberg.

Gleich zu Beginn möchte ich eine Episode wiedergeben, welche er mir erzählte, und die ihn charakterisiert. Als er im Jahr 2003 vor dem Traualtar stand, um seine Gaby zu ehelichen, ergänzte der die Beiden trauende Pastor die übliche Frage nach ja oder nein folgendermaßen, indem er Gabi fragte: Willst Du, Gaby, Klaus Wagner und seine Papageien heiraten? Sie muss wohl mit ja, ich will, geantwortet haben, sonst wären sie ja jetzt kein Ehepaar. Ich fand diese Story so charakteristisch für Klaus und seine Liebe zu den Papageien, dass ich sie wiedergeben muss. Es musste also die Ehefrau auf jeden Fall auch ja zu seinen Papageien sagen. Ob Klaus die Gaby auch ohne dies Versprechen vor dem Pastor geheiratet hätte? Ich bin fest überzeugt davon.

Doch jetzt zu den persönlichen Daten in Kürze: Geboren ist Klaus am 27. Juni. 1970 in Ziegenhain, jetzt Schwalmstadt/Hessen. Er ist gelernter Maler und Lackierer, arbeitet aber heute als Metallarbeiter. Verheiratet ist er mit der schon erwähnten Gaby, einer ganz reizenden Frau, welche einen gleich für sich einnimmt und die man gern haben muss.

Sein großes Hobby ist die Vogelzucht. Diese Leiden-schaft muss wohl in der Familie liegen, denn sein Großvater züchtete schon Kanarien, Enten, Hühner und Brieftauben. Klaus sagt: „Dieses hat mich von Kindesbeinen an fasziniert und geprägt.“ So kam Klaus also zur Vogelzucht. Es begann 1986 mit Kanarien und Exoten, 1988 kamen Wellensittiche und Großsittiche dazu, im Jahr 1990 bekam er seine ersten Papageien und seit dem Jahre 2002 betreibt er eine reine Papageienzucht. In seinem Vogelhaus hält er folgende Rassen: Blaustirnamazone, Gelbflügel-Blaustirnamazone, Gelbscheitelamazone, Doppelgelbkopfamazone, Goldnackenara, Hahn`s-Zwergara, Rotbauchpapagei und rotbäuchige Mohrenkopfpapageien. Eine ganz beachtliche Palette an Arten, wozu man als Züchter natürlich ein großes Fachwissen benötigt um Zuchterfolge zu haben! Pro Jahr kommen 15 Paare zum „Einsatz“, von denen er ca. 20 Jungvögel großzieht. Wagner züchtet in Naturbrut, lässt also in der Regel die Paare selbst ihre Jungen großziehen, - eigentlich ja selbstverständlich. Aber es gibt leider immer auch die berühmten Ausnahmen. Problempaare, wie z. B. junge Zuchtpaare, wo die Elterntiere partout nicht füttern wollen. Dann hat Klaus eine Zwergarahenne mit einem kaputten Unterschnabel, die natürlich auch nicht mehr selbst füttern kann. Auf solche Fälle ist Klaus Wagner und sein „Familien-Team“ spezialisiert und bestens vorbereitet. Es war für meine Frau und mich bei unserem Besuch in Mengsberg eine große Freude zu sehen, wie Jungvögel der verschiedenen Rassen und Altersgruppen von Klaus und seiner Mutter fachmännisch per Hand gefüttert wurden um sie mit allen wichtigen Vitalstoffen zu versorgen. Anschließend kamen sie wieder in wohltemperierte Brutschränke, die für diesen speziellen Zweck hergerichtet worden waren.

Bei unserem Besuch sahen wir auch einen jungen Kongo-Graupapa-gei, der sich von seinen Geschwistern dadurch hervorhob, dass er rotbäuchig war. Eine hübsche Rarität, wobei man sich in Fachkreisen noch nicht einig darüber ist, woher das Rot kommt.

Zur Fütterung seiner Tiere macht Wagner folgende Angaben: Als Körnerfutter gibt er eine Mischung aus jeweils einem Teil gestreifter Sonnenblumen, Versele-Laga Prestige Papageien-Premium und Versele-Laga Prestige Papageien-Zucht ohne Nüsse.

Zum Thema Aufzuchtfutter sagt Wagner: „Als Aufzuchtfutter kommt bei mir zurzeit eine Mischung aus feuchtem Futter der Firma ORLUX zur Verwendung. Durch Probefütterung hat sich gezeigt, dass meine Papageien am liebsten dieses fertig mit Naturhonig angefeuchtete Eifutter aufnehmen. Die Mischung besteht zu gleichen Teilen aus ORLUX Gold patee Großsittiche und Papageien, ORLUX Gold patee und ORLUX Tropical patee.“

Grünzeug wird in seiner Zucht nicht verfüttert, dafür gibt er seinen Vögeln Keimfutter und vor der Zuchtperiode in Karottensaft gelöstes Calcium und Vitamin E. Medikamente verwendet Klaus nur bei Bedarf. Auch geimpft werden seine Vögel nicht. Soviel zu Zucht und Fütterung seiner Papageien.

Aber das ist noch lange nicht das einzigste Hobby von Klaus Wagner. Er befasst sich außerdem ganz intensiv mit Aquaristik und der Zierfischzucht. Ganz wunderschön anzusehen ist seine große Anlage mit den vielen bunten und teilweise auch sehr schwierig zu haltenden und züchtenden Fischen. Wenn man den ganzen Aufwand an Papageien und Fischen sieht, ist einem natürlich sofort klar: Das alles ist mit richtig Arbeit verbunden, und wenn er seine liebe Frau und seine sehr engagierte und ambitionierte Mutter nicht an seiner Seite hätte, könnte er seinem Beruf gar nicht nachgehen. Frau und Mutter sind voll im „Einsatz“ und beherrschen die Materie ausgezeichnet. Diese beiden sympathischen Frauen haben mir bei meinem Besuch im Hause Wagner mächtig imponiert. Zu so qualifizierten „Mitarbeiterinnen“ kann man Klaus nur gratulieren und jeder Züchter wird sich selbst solche wünschen!

Textfeld: ...eine Schüssel voll junger Papageien
Seine einsatzfreudige Mutter ermöglicht Klaus und Gaby in ihrem Stress trotzdem einen Jahresurlaub zu machen. Im letzten Jahr natürlich wieder zu den Papageien, wohin sonst, nämlich in den Loro Parque nach Teneriffa, um am dortigen internationalen Papageien-Kongress teilzunehmen. Aber nicht immer fährt er den Papageien hinterher, sondern macht Urlaub am wunderschönen Chiemsee. Manchmal fährt die Mutter Wagner auch mit, aber auch da hat Klaus wieder Helfer. Dann kommen nämlich seine Schwiegereltern über 100 km weit angereist um seinen „Zoo“ zu versorgen. Er ist ein Glückskind. Nicht alle Zuchtfreunde haben so viele Helfer. So viel zum Thema Zucht.

Kommen wir nun noch zu seinen Vereinsaktivitäten. Klaus ist Mitglied in einigen Vereinen, Verbänden und Vereinigungen. Als ersten Verein nennt er den Vogelzucht- u. Schutzverein Wasenberg, wo er seit 1990 Mitglied ist. Über diese örtlichen Vereine ist er Mitglied im Oberhessischen Kanarien- und Vogelzüchterverband und im Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbund e. V.. Seit 1990 ist er Mitglied der AZ, Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht e. V.. Seit 2002 in der VZE, Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und fremdländischer Vögel e.V. und auch noch Mitglied im Zuchtbuch der Langflügel-Papageienzüchter (Poicephalus Zuchtbuch Deutschland).

In unserem Landesverband 12, dem Oberhessischen Kanarien- und Vogelzüchterverband, ist Klaus Wagner stellvertretender Schriftführer. Darüber hinaus Webmaster unserer Homepage www.LV12.de, welche er mit großer Sorgfalt und Zuverlässigkeit pflegt, was sicher keine leichte Aufgabe ist. Darüber hinaus seit diesem Jahr auch Redakteur unserer digitalen OKV-Zeitung „Mitteilungsblatt“.


Ich habe versucht Ihnen einen liebenswerten und sehr ambitionierten Kollegen (und sein „Team“) vorzustellen, der nicht nur „Im stillen Kämmerlein“ seinem Hobby nachgeht, sondern sich auch intensiv für die Vereins- und Verbandsarbeit engagiert, - mit anderen Worten, einen Kollegen wie ich mir viele in unseren Reihen wünschte, zum Wohle unseres Hobbys und zum Fortbestehen unserer Vereine und Organisationen. Alles Gute, lieber Klaus!

 (Dieser Bericht erschien in der Zeitschrift AZ-Nachrichten  AZN 1/2008 - Januar 2008 im Original klick hier )

  Winfried  H. Aderhold

Hans-Jürgen Kraus
FIFE-Weltmeister
in Belgien und in Portugal

vom Verein Nr.20 Willingshausen

 Text und Fotos von Winfried H. Aderhold, Bad Berleburg

 Wer kennt ihn nicht, den sympathischen und immer freundlichen Hans-Jürgen. Ich kenne ihn schon viele Jahre. Wir sind im gleichen Landesverband 12, dem Oberhessischen Kanarien- + Vogelzüchterverband OKV, zu Hause. Immer habe ich mich gefreut wenn ich ihn sah und freue mich natürlich auch heute noch ihn zu treffen! Doch dass sind meine subjektiven persönlichen Eindrücke von diesem netten charmanten Kollegen, wobei ich sicher bin, dass alle Kolleginnen und Kollegen so denken, ja, ich meine sogar, so denken müssen.

Der zweifache Weltmeister ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Fife-Züchter. Und er möchte noch mehr. Sein Zuchtziel ist Fife in Weiß zu züchten in der Qualität seiner Fife-Melaninvögel. Kraus ist nicht nur ein netter Kerl, sondern ein über die Bundesgrenzen hinaus bekannter Vogelzüchter, der sein Hobby mit Leib und Seele betreibt. Das belegen nicht nur seine Erfolge, sondern auch sein inniges Verhältnis mit seinen Vögeln. Trotzdem er ca. 200 Jungtiere per Jahr „auf die Stange“ bringt, so nannte er mir doch spontan die Elterntiere von verschiedenen Vögeln. Sein ebenso begeisterter Sohn Marcel sagte auf mein Erstaunen hin nur ganz lapidar, „ja, Papa kennt sie alle.“

Diesen Kollegen und exzellenten Vogelzüchter, zweimaliger Weltmeister und unzählige Male Deutscher Meister, Hans-Jürgen Kraus, möchte ich versuchen, Ihnen heute in Wort und Bild vorzustellen.

Kraus wurde am 23. Juli 1965 in Marburg/Lahn geboren. Von Beruf ist er Raumausstatter. Er wohnt mit seiner charmanten Frau Kerstin, seinem Sohn Marcel und seiner liebenswerten Mutter, in seinem geräumigen Haus in Antrifttal-Ruhlkirchen in Oberhessen. Den Ort finden wir auf der Landkarte zwischen dem Vogelsberg im Süden und dem Knüllgebirge im Nordosten. Von einem Haus mit solch räumlichen Entfaltungsmöglichkeiten für unser Hobby habe ich immer schon geträumt. Aber diese Großzügigkeit habe ich öfter bei einigen Zuchtkollegen gesehen. Meist resultiert dies aus einem Landwirtschaftsbetrieb der vorigen Generation, welcher sich heute nicht mehr lohnt, aber die Gebäude sind noch vorhanden und können, wie im Fall von Kraus, für die wirklich großzügige Unterbringung der Vögel verwendet werden. Ich habe einige Fotos gemacht, welche einen Einblick in diese Räumlichkeiten vermitteln.

Aber noch einmal zurück zu Hans-Jürgen. Sein großes Hobby ist, an erster und wichtigster Stelle, die Vogelzucht, welche er mit Leib und Seele seit bereits 35 Jahren betreibt. Wie so oft, ist auch er erblich vorbelastet durch seinen leider sehr früh verstorbenen Vater, der Brieftaubenzüchter war, und ihm das so liebenswerte Virus der Vogelzucht mit in die Wiege gelegt hat. Und in gleicher Tradition hat Hans-Jürgen diesen Virus auch an seinen 13-jährigen Sohn Marcel ebenfalls weitergegeben, der mit Begeisterung seinem Vater hilft und selbst Gloster züchtet.

Kraus muss man bei den vielen großen Erfolgen zu den Spitzenzüchtern von Fife-Kanarien zählen. In seinem Repertoire befinden sich aber auch sehr gute Gloster. Über seine Ausstellungserfolge berichte ich später.

In seinen großzügigen und hellen Zuchträumen, er hat ja viel Ausdehnungs- möglichkeiten, werden ca. 80 Vögel zur Zucht angesetzt, womit er im Jahr etwa 200 Jung- vögel großzieht. Gezüchtet wird ausschließ- lich in Paarhecke. Zur Zuchtvorbereitung setzt Kraus die zur Zucht bestimmten Hähne drei Wochen vor Zuchtbeginn in Einzelboxen in seine warmen Zuchträume. Die Weibchen kommen aus den großen Flugräumen später dazu.

Um den Überblick bei den vielen Paaren und deren jeweiligen momentanen Zucht-Status zu behalten, hat sich Kollege Kraus ein, in meinen Augen ideales und trotzdem sehr simples, Markierungssystem ausgedacht. Ich war ganz erstaunt in einem seiner Zuchträume eine Wand mit sehr vielen verschiedenfarbigen Wäscheklammern zu sehen, die ich in mein Züchterverständnis nicht einordnen konnte, bis ich aufgeklärt wurde. Seine Erklärungen überraschten und begeisterten mit gleichzeitig.

Diese Wäscheklammern werden als Markierungen während der Zucht an den Käfiggittern angebracht, ohne dass sie den Zuchtbetrieb stören, aber einen totalen Überblick über das Geschehen im jeweiligen Käfig geben. Also, Hans-Jürgen handhabt die farbigen Wäscheklammern folgendermaßen:

Weiße Klammer          bedeutet           -          Vogel legt Eier
Grüne Klammer           bedeutet           -          Vogel brütet
Rote     Klammer         bedeutet           -          Jungvögel im Nest.

 Diese Methode hat mir sehr imponiert und ich finde sie sehr effizient. Die Klammern, wie der Kollege sie verwendet, lassen sich stabil, und das ist natürlich eine ganz wichtige Voraussetzung, an den Gitterdrähten anbringen. Ich selbst benutze seit Jahr und Tag farbige Magnete, die ich auf einem Metallstreifen an der Schublade anbringe, nach dem gleichen Schema wie Kraus das handhabt. Nur ist bei meinem System der Nachteil der, dass, wenn ich die Schubladen beim Säubern etwas unsanft behandele, meine Magnete sich sehr oft lösen und ich finde sie dann meist in dem weggeworfenen Bodenbelag im Müll nicht mehr wieder. Das „Markierungssystem Kraus“ gefällt mir besser und ich werde es im kommenden Zuchtjahr ganz bestimmt bei mir einführen. Zur Demonstration habe ich ein paar Fotos diesem Bericht beigefügt.

Als weitere Erleichterung des Überblicks kommen bei Kraus natürlich auch noch Etiketten an die Boxen mit diversen Beschriftungsmöglichkeiten wie Ring-Nummern, Anzahl der Jungvögel etc. Bei größeren Zuchten sind solche oder ähnliche Systeme unumgänglich um den Überblick zu behalten und um für die gezielte Weiterzucht Sicherheit zu haben.

 Als weitere Neuheit, zumindest für mich war das neu, sind mir noch die Badeboxen aufgefallen. Hans-Jürgen hat diese Idee selbst gehabt und sie auch selbst gebaut. Der Hintergrund ist folgender: damit das Bodeneinstreu, er benutzt in den Volieren Buchengranulat, in den Zuchtboxen feines  staub- und keimfreies Weichholzgranulat, nicht unnötig durch das Baden der Vögel nass wird, setzt er die Eigenbau-Badehäuser ein. Die Vögel baden in einem großen geschlossenen aber an allen Seiten transparenten „Badezimmer“ welches nur von vorne zugänglich ist. Durch die Transparenz der gesamten lichtdurchlässigen Box, haben die Vögel keine Scheu darin zu baden. Ich konnte mich von der Effizienz dieser „Badeanstalt“ überzeugen und die munteren Tiere beim Baden beobachten. Ich füge ein Foto bei.

Aufgefallen ist mir auch die Vertrautheit, welche die Vögel mit ihrem Züchter hatten. Überrascht hat mich dies besonders bei einem Züchter der mit so vielen Vögeln arbeitet und auch noch berufstätig ist, also nicht ständig die meiste Zeit des Tages im Vogelhaus verbringt, dann hätte ich es noch verstanden. Aber bei dem Berufs-Stress den Hans-Jürgen tagsüber auch hat, war das doch erstaunlich. Die Tiere kamen uns auf dem Fußboden aus der Voliere entgegen und gingen nach Aufforderung wieder ganz ruhig zurück. Keine Hektik, keine Fluchtversuche. Hans-Jürgen erzählte mir in diesem Zusammenhang von einer größeren Schau, wo man ihm auf Grund des absolut ruhigen Verhaltens seiner Kollektion gerne unterstellt hätte, er habe die Vögel gedopt. Es liegt natürlich sehr viel daran wie man mit seinen Vögeln das ganze über Jahr umgeht, besonders aber während der Schau-Vorbereitung. Kraus hat dies durch seinen ruhigen und lieben Umgang mit den Vögeln voll im Griff. Ich konnte mich Monate vor seiner ersten Schau davon überzeugen.

 Ein besonders großes Thema ist in Züchterkreisen, logischerweise, die Fütterung der Vögel.

Hans-Jürgen Kraus, der nebenberuflich noch einen Futtermittelhandel betreibt, füttert Produkte der Firma Beyers aus Belgien. Während der Zucht füttert er „Züchtermischung Nr. 80“. Zur Schauvorbereitung und zur Ausstellungszeit „Beyers Diät“. Als Aufzuchtfutter gibt er seinen Vögeln „Beyers Trocken“ gemischt mit „Beyers Feucht“. Natürlich fehlt auch das Keimfutter nicht. Er verwendet „Beyers Keimfutter Nr. 82“. Ein Keimfutter, welches sehr homogen ist und gleichmäßig keimt. Es fehlen auch nicht Mineral- und Gritsteine und, für den erfahrenen Züchter sehr wichtig, Grünzeug. In seiner Zucht sind das Gurken, Knöterich und Zucchini.

In diesem Zusammenhang seien auch Vitamingaben und Medikamente, diese bei Bedarf, erwähnt. Kraus gibt seinen Tieren V.P.-Produkte:  Aminovimin, Vitamin 12 Plus und als Medizin VP Protexin. Gegen Pocken wird jährlich geimpft.

 Ein anderes großes Thema, bei uns Züchtern generell, bei Hans-Jürgen Kraus dem zweimaligen Weltmeister besonders, ist die Frage nach dem Besuch von Ausstellungen und seiner Erfolge. Ich habe versucht dies im Interview zu klären, Gar nicht so leicht bei einem so erfolgreichen Aussteller, - er muss auch erst einmal nachdenken und nachzählen. Also versuchen wir uns ein Bild davon zu machen. Den großen Erfolgen von Kraus kann man mit mageren nüchternen Aufzählungen gar nicht gerecht werden! Die viele Arbeit und der große Aufwand, besonders bei den Weltmeisterschaften, aber auch die entstehenden Kosten, sind doch beträchtlich, doch der Erfolg eben auch, und der ist ganz extrem beachtlich und nur wenige Kollegen können eine so hohe Erfolgsquote aufweisen.

Kraus besucht im Jahr ca. acht Schauen:

             Vereinsschau
            Offene Schauen
            BFCD-Schau (Border-, Fife-Club Deutschland)
            Deutsche Meisterschaft des DKB
            AZ-Bundesschau Kassel
            Landesschauen des DKB + der AZ
            COM-Weltmeisterschaft

 

Die Schauerfolge mit Fife:

             1 x Weltmeister in Belgien
            1 x Weltmeister in Portugal
            4 x Vize-Weltmeister (Schweiz, Belgien, Deutschland, Italien
            5 x Rassesieger der Stämme
          26 x Deutscher Meister
            Viele Siege auf Verbands- und Vereins-Schauen

Darüber hinaus, die obigen Titel sind eigentlich Ehrungen genug, erhielt Kraus:

            DKB-Champion-Nadel
            DKB-Ehrennadel Gold
            DKB-Ehrennadel Silber
            Vereinsehrennadel

 Sein Verein und sein Verband freuen sich einen so erfolgreichen profilierten Züchter in ihren Reihen zu haben.
 Hans-Jürgen ist Mitglied in „seinem“ Verein, dem G.V.S. Willingshausen,

Geflügel- Vogelzucht- und Schutzverein
Willingshausen 1955 u. Umgebung  e.V.,

einem besonders aktiven Verein, dem viele erfolgreiche Züchter angehören die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind.

In diesem Verein ist auch Hartmut Schenk, der sich um die Vögel von seinem Freund Hans-Jürgen kümmert wenn dieser im Urlaub ist. Aktiv an der Urlaubsversorgung ist auch die Mutter von Kraus vertreten, sodass er beruhigt mal ein paar Tage von seinen Vögeln weg sein kann.

Erwähnt werden sollte noch abschließend die Aussage von Hans-Jürgen Kraus: „Meine ganze Familie steht hinter meinem Hobby“. Schön, wer das sagen kann!

Ich habe mich sehr gefreut Gast bei Hans-Jürgen und seiner Familie sein zu dürfen und zwar in zweifacher Hinsicht. Einmal den Kollegen und Weltmeister „vor Ort“ bei seinen Vögeln zu erleben, einiges dazu zu lernen und zweitens seine Familienmitglieder kennenzulernen.

 

 

Ich wünsche Hans-Jürgen Kraus auch in den kommenden Jahren viel Freude am Hobby und noch manche große Erfolge.

(Dieser Bericht erschien im Vogelfreund Nr. 10-Oktober 2010)

Winfried H. Aderhold

 

 

 

 

 

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